Tag an Tag

Aufgewacht

Gestern habe ich den ganzen verdammten Tag verpennt.Eigentlich wollte ich mich nur ein paar Stunden hinlegen,aber als ich aufgewacht bin war es halb 10,ich hab noch was gegessen und bin wieder ins Bett gefallen.Und hab bis gerade eben durchgeschlafen.
War wohl anstrengend,anscheinend.

Und heute ist es kalt und ich bin allein hier,nur mit dem Hund,der mich daran hindert,wegzugehn.
Aber ich fühle mich gut,ja,wirklich gut.Endlich wieder wach,ein bisschen hungrig,durstig,und ich habe Lust auf eine Zigarette.
Ich habe wieder Lust zu leben.
Janna am 2.1.07 13:03


Frühlingshimmel

Du bist weg, alles ist voll Nebel, unendlich langsam.

Nichts bleibt heute noch zu tun. Es ist 2007. Es fängt an, wie es geendet hat, nur sieht es etwas anders aus, wenn man nach vorne blickt, oder nach oben.
Der Himmel ist nackt, geschmolzen.
Nun bleibt offen, was damit zu tun ist. Der Wille, sich zu bewegen und herauszugehen aus dem Dunkel, dass über mir hängt, ist da.

Aber der Wille alleine reicht nicht.
Der neue Himmel will geformt werden, mit Leben gefüllt.
Ich weiß, dass es Geduld braucht. Aber ich weiß auch, dass ich es nicht alleine schaffen muss. Du bist da. Ich begreife manchmal nicht, was das bedeutet, aber gleichzeitig bin ich mir sicher, dass ich ohne nicht könnte.

Grade bin ich betrunken und müde und nichts ist von Bedeutung.
Nchts bleibt heute noch zu tun.

Es bleibt noch viel zu tun in diesem Jahr, viel liegt mal wieder vor uns, mein Schatz.
Unser Weg schlängelt sich weiter und wir gehen ihn immerfort und ohne zu zögern. Auf ein neues Jahr, auf eine neue Zeit!

Jetzt lege ich mich noch einmal hin.
Es bleibt viel zu tun in diesem Leben.
Aber nicht heute.
Moritz am 1.1.07 11:30


Mind Hangover

Die Sonne versteckt sich hinter grauen Wolkenwänden, die Luft ist leicht und schmeckt absurd mild.
Ich kenne diese Art von Tag noch irgendwoher. Erinnert mich an eine Reihe bewölkter, verregneter Sommertage, vor langer Zeit. Die gleiche Musik kam aus den Boxen, das selbe Geühl stellte sich ein. Bilder hingen mir nach.
Ein Bild als Resumée des Wochenendes? Was hab ich noch in meinem Kopf?
Ich sehe den Tisch einer Bietischrgarnitur, mit der üblichen Oberfläche, die - trotz oder vielleicht sogar wegen der Dreckschichten darauf - das rötliche Licht der Turnhalle wiederspiegelte, ohne es wirklich leuchten zu lassen. Ein zögerliches Orange. In der Mitte der überfüllte, metallische, flache Aschenbecher, wie ein Thron voller toter Regenten. Verstreut auf dem ganzen Tisch, zwischen den schwarzen Flecken, von Asche überzogen, lagen Kippenstummel verstreut herum - jene, die es nicht mehr in das Massengrab geschafft haben wirkten verloren in der hölzernen Weite.
Es saßen keine Menschen daran. Sie waren auch verstreut, in den Raum, in ihrem Tummel, plötzlich so fremd...

Ich weiß nicht, ob du nachvollziehen kannst, wie schaurig- schön ich das in dem Moment fand und wie traurig es mich dennoch machte.
Wieso ist nur der Aufbruch so mühsam diesmal?
Wieso bekomme ich diese schwere leichte Kette um meine Gedanken nicht los?
Gedanken habe ich, sogar Träme, glaube ich. Vor grenzenlosem, alles- verneinendem Nihilismus fürchte ich mich höchstens, aber ohne Angst zu haben. Nein, egal, was Sinn macht und was nicht, ich kann im Leben stehen und mir Dinge suchen, die mir etwas Wert sind, die mir teuer sind. Ich habe sogar solche Dinge...
Aber etwas steckt dahinter. Etwas will den Aschenbecher mit der toten Vergangenheit, die wir vergessen haben, nicht ausleeren. Wir müssen vom Rand klettern, dieses mal, und zu Fuß gehen - heute bin ich nicht der bessere Kletterer, Janna...vielleicht brauche ich auch nur etwas Zeit, an neue Zeiten zu glauben. Oder auf sie zu hoffen.
Schritt für Schritt.
Die Luft ist klar.
Mir fällt ein Lied aus alten, guten, schlechten, verzweifelten, noch jugendlicheren Zeiten ein.
The sky is frozen to a wall,
We die, we all
Moritz am 17.12.06 11:29


Aufbruch - wieder mal

Die Sonne scheint klar und kräftig,wenn auch nicht sonderlich warm (es ist schließlich Winter) auf die frostüberzogenen Felder,es ist hell und licht - ein guter Tag.

Heute abend kommen wir einmal raus aus dem Trott,ich denke es wird Zeit.Etwas anderes machen,etwas anderes sehen - nicht das ewig gleiche,immer wieder.

Ich habe endlich wieder die richtige EInstellung,und ich hoffe,dass sie ein wenig auf dich abfärbt - oder du sie sogar selber bekommst,von selbst.Wir werden sehen.
Wenn nicht,dann lass dich mitziehen,ich bin wieder dran.
Ich bin wieder an der Reihe zu einem neuen Sturm aufs Leben zu blasen,die letzten Mal bin ich immer nur gefolgt.

And I don't give a damn about my bad reputation...
Janna am 16.12.06 11:35


Immer wieder Sonntags....

Irgendwie ist mir zur Zeit jeder Wochentag lieber als der Sonntag, ob nun Schule ist oder nicht.
Fast jedes Mal falle ich in ein Loch von tödlicher Langeweile und fataler Motivationslosigkeit und kann mich zu nichts aufraffen, bis ich dann irgendwann meine Gitarre schnappe und ein bissche spiele, ein bisschen übe.
Doch auch daran verliere ich relativ schnell die Lust und sitze da und irgend etwas sitzt hier in mir und malt alles grau und macht mich unendlich leicht und schwer gleichzeitig und ich würde doch nur gerne mal wissen, was ich mit meiner Zeit, meinem Leben anfangen soll.

Teilweise hält die Musik mich sehr gut am Laufen, wobei sie auch mit "Schuld" daran ist, dass ich so geworden bin, wie ich geworden bin.
Ohne sie ginge nichts mehr.
Schließich war ich nicht immer melancholisch, so wie ich es heute bin und so oft zur Zeit...
Aber Melancholie kann im Leben einfach eine Lücke füllen, wenn einem andere Gefühle fehlen, kann so verdammt hypnotisierend und erhebend sein...so verlockend groß und besonders ist sie, voller düsterer Träume und dramatischer, weltfremder Visionen.
Vieles beziehe ich von dort...Kreativität, Musikalität, Ideen, Gedanken. Aber nicht Leben.
Es macht müde, so viel im eigenen Kopf zu leben. Man sitzt mit sich selbst ständig auf so engem Raum, wie soll man da verhindern, dass es irgendwann mal zu Zoff kommt?

Weißt du, jetzt versuche ich wieder, mein Herz im Rhythmus der Musik schlagen zu lassen, auf dass sie mich mitnimmt. Irgendwo hin. Irgendwo, wo ich nicht nutzlos herumhänge und mich zu nichts aufraffen kann...
Bald, bald ist Montag, noch einige Stunden und der Schlaf kommt, zuverlässig, und die Welt hat mich wieder, irgendwie. Alles ist besser als dieser taube, einsame Sonntag.
Moritz am 10.12.06 16:48


Nevermind The Emptiness

Komischer Tag.Wirklich etwas gearbeitet,und jetzt zurecht müde und erschöpft.Ich weiß,wenn ich jetzt ins Bett gehe kann ich nicht schlafen.
Ich müsste noch Haare waschen,kann mich aber nicht dazu aufraffen.
Würde gern mit Max reden,einfach so mal,aus purer Freude an seiner Gesellschaft,wüsste aber mit Sicherheit nicht was ich ihm sagen soll.
"Oh,hallo,und wie gehts dir so?" Das wäre bei jedem okay und bei ihm würde ich nen Anfall bekommen.

Es ist wirklich interessant was einem so unterkommt,wenn man ein Mailpostfach ausmistet.Alte E-mails von 2001,in denen ich einen Klassenkameraden anflehe etwas mit mir anzufangen,der damals wie heute wahrscheinlich nichtmal wusste,was der Unterschied zwischen Jungs und Mädchen ist.
"Hey du Heino weil ich in dich bin" Hab ich geschrieben,
da war ich 12.
Süß,gell...
Aber es war nicht so als wäre mir das damals schon so lächerlich vorgekommen...Ich habe natürlich sehr ernsthaft gelitten,so wie immer.
Und heute sitze ich dann hier und kriege mich vor lauter Lachen schon garnichtmehr ein.

Auch die Julia,auch von ihr habe ich viel gelesen,das war auch so um den Dreh.Je,da ging es mir ja ganz furchtbar,das weiß ich noch.Aber gut,sie habe ich auch wirklich geliebt,zum ersten Mal.
Aber jetzt?Kann ich mich nicht einmal wirklich daran erinnern warum wir gestritten haben.Aber ich weiß noch wie sie roch,wenn sie in mein Bett gekrabbelt kam,und ich weiß noch wie sie aussah ganz kurz bevor sie zu lachen anfing.
Das werde ich wohl nie vergessen.

Was ist in weiteren 5,vielleich 10 Jahren?
Sitze ich dann auch wieder irgendwo und muss lachen bei dem Gedanken an das Heute?Finde ich es dann auch lustig wie scheiße es mir im Moment geht?Spöttel ich dann auch über die Ernsthaftigkeit,mit der ich hier vor mich hinleide?

Ich weiß es nicht.Vielleicht.Vielleicht aber auch nicht.
Ich bin mir sicher,dass es in 5 Jahren nicht mehr weh tut,ja.
Aber lachen werde ich wohl nicht.

Und auch nie vergessen wie er aussieht,ganz kurz bevor er zu lachen anfängt.
Janna am 5.12.06 21:00


Wo bleibe ich?

Was zieht her von welker Nacht?
meist liegt's in meiner Sinne Macht ...
Schimmer und Schatten scharen sich,
Stimmen um Stimmen drängen sich,
Düfte und Grüfte heben sich,
Säfte und Gifte tauchen sich,
Dorn und Feder tauschen sich ...

Aus meiner Sinne wildem Weben
zu einem Alleinigen - meinem Erleben.
Und ist dies auch meine einz'ge Würde,
es bleibt zugleich meine letzte Bürde,
denn wenn mein Sturzesschrei
in mir - verhallt,
war alle mein "Ich" vergeb'ner Halt.

Was zieht weiter her von welken Nächten?
es quoll zuvor aus meines Geistes Schächten:
Mir wallt die Nacht als Schutz herab
vor Tages grobem Blenden,
das weiter in die Irre zerrt,
mein Selbstsein zu beenden,
meine Haut in alle Welten spannt,
mich dienlich zu verschwenden.

Die Nacht, sie reicht mir meine Hand,
zu fühlen wie ich bin und wer,
der lange dort so seltsam stand
und der erst hier sich selbst erkannt.

Aus meiner Gedanken eig'nem Streben
flackert ein alleiniges - mein - Erleben.
Und ist dies auch meine einz'ge Würde,
es bleibt zugleich meine letzte Bürde,
denn wenn mein Sturzesschrei
in mir - verhallt,
war all mein "Ich" vergeb'ner Halt.

Ich fehle mir an Dir,
Bin einsam - bin aus mir
... wo bleibe ich ?

(Dornenreich - Ich Bin Aus Mir)

Bald, bald ist der Tag vorbei.
Es fühlt sich schon beinahe nach Triumph an...Schweiß und Schmerz und Sieg über die Stunden, so wie immer. So wie man eine begrenzte Zeit immer besiegt, genauso sicher wie die Zeit am Ende immer das letzte Wort hat und das letzte Wort ist.
Ich hab keine Lust auf die Zukunft grade.
Auch wenn ich den Gedanken ok finde, morgen früh im Zug zu sitzen inmitten von Menschen, die zur Arbeit wollen, während ich eher in einem Ausnahmezustand bin, mit Musik in den Ohren, fern von den ganzen Gesichtern um mich herum, denkbar weit weg. Ja, dann kann ich ihn spüren, den lächerlichen Kampf gegen das Leben, den wir immer wieder aufs neue verlieren. Als Künstler, Denker, als die, die versuchen, zu leben und dabei vergessen, dass man das nicht kann, wenn man es erst versuchen muss.
Ein paradoxes Geplänkel tief in den Köpfen und man ist am nächsten an der Front, eigentlich mitten im Schlachtengetümmel, wenn man zwischen den unzähligen Alltagen der Fremden Menschen sitzt. Niemanden kann man wirklich einschätzen, man weiß nie genau, was sie nun alle tun werden...werden sie in einer stickigen Wirtschaft kehren und dann bedienen? Werden sie in einem hochmodernen Büro sitzen, vor einem Laptop oder werden sie mit Bleistift und Papier in einem schlecht beleuchteten Zimmer die Buchhaltung durchgehen? Werden sie in eine Kneipe gehen und sich betrinken, weil sie keine Arbeit haben? Werden sie studieren gehen in die Uni oder zu ihrer Lehrstelle?
Sowas überlegt man sich kurz und dann vergisst man es, weil es einen nicht wirklich interessiert.
Wie Sand am Meer, sie alle, man sieht sie einmal und dann streift das Leben einen wie ein kühler Windhauch und dann findet man unweigerlich den Weg zurück...
Wir gehen mal wieder den selben Weg, irgendwie...schon fast unheimlich, wie das manchmal läuft. Aber es ist Gold wert. Das weißt du ja...
Moritz am 26.11.06 21:55


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter] Gratis bloggen bei
myblog.de