Tag an Tag

Dead End

Ein typischer After- Party Tag ist das heute.
Da kommt man aus dem Retroflash- Schieben gar nicht mehr raus.

Müde, muffig, ein wenig Kopfweh, ein etwas flauer Magen, kein allzu großer Antrieb, keine allzu treibende Hast...aus den Boxen kommt depressive Musik, die Sonne scheint durch das Fenster auf den Schreibtisch, auf die Zettel, die leeren Flaschen, die Bürste, den Saitenschneider, Stifte, Plectren. Alles schon mal so ähnlich vor meinen Augen gewesen, ähnlich genug als dass ich eine Szene die ein oder zwei Jahre alt ist nicht vom Jetzt unterscheiden könnte. Es wiederholt sich, alles. Je öfter man die Kreise von Dingen, die immer wieder passieren, durchläuft, desto belangloser scheinen sie zu werden. Es dreht sich alles ins Belanglose, Träge zur Zeit, es ist wie ein Strudel.

Vielleicht ist das unser Problem grade. Alles ist so grau und angestaubt und die Dinge, die es nicht sind, werden es wenn sie von staubbedeckten, lethargischen Händen angefasst werden.
Ich habs dir gestern Abend schon erzählt...wenn ich in den Himmel schaue, dann ist mein Blick unruhiger als früher, ich beginne die Sterne in einem großen Raum zu sehen, nicht mehr wie ein schwarzes Tuch auf dem tausend kleine Goldsonnen ihren Sternenstaub hinterlassen haben. Als würde ich das alles pragmatischer sehen, dumpfer...erwachsener vielleicht. Ich bin auch weniger kreaitv zur Zeit, schreibe wenig. Tue mehr, denke weniger. Ich fühl mich dabei nicht wohl, weil etwas fehlt, weil ich weiß dass es Zeiten gegeben hat in denen weniger schwarze Löcher in meinem Kopf waren. Vielleicht machen diese Löcher einen stark. In Blindheit steckt viel Stärke für einen Selbst. Aber wer oder was ist das dann? Ich bin es nicht. Ich will wieder zurück, Janna, sonst werde ich noch langweilig und stumpf und dann bin ich gestorben dann ist alles tot für was ich zu stehen versuche. Und ich hätte dich verloren, weil es uns und das was wir haben nur gibt weil wir so sind wie wir sind.

Nein. Keinen Schritt weiter. Zurück ist die einzige Richtung, die es noch gibt, ansonsten bleibt nur sich in einer Sackgasse zu drehen, in einer Welt, die sich sowieso schon immer so sinnlos dreht und wendet. Es gibt ein Stück hinter uns auch andre dunkle Gassen, die wir nehmen können, durch die wir uns den Weg zusammen suchen können...
Moritz am 11.4.07 15:57


Katz und Maus

Mein Lieblingsspiel ist Katz' und Maus,
mit großer List tricks ich dich aus.
Ich winke dir, du kommst ein Stück,
das trete ich dann brav zurück.

Gern lass ich mich von dir jagen,
von der Sicherheit mich tragen.
Ich bin zu schnell, du kriegst mich nicht,
siehst zu schlecht aus Jägersicht.
Janna am 1.3.07 18:09


Doomed

Es ist kein schöner Gedanke, dass dein Geist ähnlich erschlagen ist wie es mein Körper heute ist.
Der Körper erholt sich schneller. Die Ohren werden das Fiepen los, die Knochen strecken sich wieder und lockern auf, der Kopf hebt sich wieder und stellt das Brummen ein, die Augen gehen wieder leichter auf und die Müdigkeit geht mit Essen und Trinken und Sauerstoff auch irgendwann weg.

Den Fehler, meine Ohrenstöpsel zu vergessen, werde ich hoffentlich trotzdem nicht wieder begehen. Ich bekomme da panische Angst um mein wertvollstes Sinnesorgan...

Aber das geht nicht so schnell kaputt. Das Fiepen wird im Laufe des Tages ein dezentes Fade- Out hinlegen, denk ich doch mal...
Das Quietschige Gefiepe in deinem Herzen scheint da hartnäckiger zu sein...Es ist doch irgendwie pervers, wie ein Mensch einen anderen aus der Bahn werfen kann durch seine bloße Anwesenheit. Menschen sind seltsame Geschöpfe. Und es gibt so wenig, was man dagegen tun kann.
Gegen die Schatten. So abstrakt, an die Schatten zu denken, während die Sonne das Zimmer grell durchleuchtet und man ganz andere Dinge von sich selbst aus wahrnimmt. Wenn die nahe Vergangenheit ein Erlebnis war und das Nachspiel eine schmerzhafte, ängstliche Müdigkeit. Aber der Mensch kann eben über sich selbst hinausdenken und sich aus sich selbst herausdenken und vielleicht würden sich Tiere grade deswegen denken dass wir ziemlich blöde sind, alles in allem.

Ich wünschte mal wieder so sehr, ich könnte dir mehr helfen, könnte dir wirklich helfen...
Moritz am 17.2.07 12:01


Nacht

Das ist ein sehr schönes Gedicht, Moritz... Das ist wirklich sehr schön.

Heute Abend war ganz nett, zumindest zu Anfang. Es waren ja wirklich nur Michi und ich, wir saßen im Stud und haben geratscht. Mir ist aufgefallen, dass es vielleicht wirklich das Erste Mal seit einem Jahr war, dass ich so mit ihm rede.
Dann sind wir ins Utopia, was am Anfang auch noch lustig war. Dann... ich habe meinen Augen nicht getraut, kommen Madden und Andi durch die Tür - mit Max im Schlepptau. Ab dem Punkt war der Abend für mich gelaufen. Als dann noch der Koch mit Dorle kam (hallo *klimper*) wars endgültig vorbei.
Er hat hallo gesagt, mich keines Blickes gewürdigt, kein Wort gesprochen. Das ist also ein "normales"Verhältnis. Fick dich.
Es war furchtbar, ich war so froh als es endlich so weit war, dass ich gehen konnte.
Ich hasse es so sehr, Moritz. Ich hasse es, ich hasse es, ich hasse es, ich hasse es, ich hasse es, ich hasse es, ich hasse es.
Und ich bin völlig nüchtern und will am Liebsten bis zur Besinnungslosigkeit trinken und im Krankenhaus aufwachen und den Magen ausgepumpt bekommen haben, ich will schrein und um mich schlagen und mich selbst und ich will weinen und heulen und zetern und lamentieren,
aber statt dessen hock ich still und mit vor Müdigkeit tränenden Augen vor dem PC und kann garnichts mehr.
Ich will dass das endlich aufhört, ich will dass es endlich vorbei ist - aber wie, aber wie, wenn er so...gleichgültig ist?

Ich kann nicht mehr, Moe...Ich kann nicht mehr.
Janna am 17.2.07 00:07


Feeling eternal...

Jah, ich weiß doch genau wie Recht du hast. Und natürlich hatte ich am Freitag meinen Spaß, ich war ausgelassen wie lang nicht mehr. Gestern hatte ich nur plötzlich Angst vor irgennd etwas und wusste nicht vor was und warum. Es ist lachhaft, das hab ich ja gesagt. Ab und zu muss ich feststellen, wie unnötig mein ganzes Handeln und Denken ist. Aber erkennen ist nichts. Lernen, sich an diesen Tagen aufzuraffen ist etwas. Naja, man lernt das ganze Leben und am Ende stirbt man, ohne etwas zu wissen...

Ich denke mir grade irgendwie, dass das der Reiz sein könnte. Wieso nicht einfach eintauchen in irgendetwas sinnfreies, mit dem sich die Zeit totschlagen lässt, wieso will ich immer irgendwie weiterkommen mit mir selbst?
Am Ende, im Nichts, sind wir doch alle gleich. Der Gedanke hat etwas befreiendes. Man braucht sich nicht immer von der Passivität befreien, man muss bloß lernen, etwas in ihr zu finden - schließlich besteht das Leben fast nur aus Warten. Die Momente, die wir behalten und verinnerlichen sind selten.

Ich kann warten.
Mir ist heut alles egal.
Ich habe genug Dinge, auf die ich mich freuen kann und einige Geschichten um die ich mich sorgen kann und Zeit, die einfach dahinrennt und die sich sicher auch irgendwie nutzen lässt.

Feeling eternal, all this pain is an illusion...


Nehms mir bitte nicht krumm, wenn ich ab und zu so bin.
Ich hab nicht gern das Gefühl, anmaßend zu sein oder die Leute zu langweilen...Aber manchmal sprudeln mir die Gedanken nur so aus dem Kopf und irgendwo müssen sie dann hin. Vielleicht sollte ich mich mal zwingen, jedes mal, wenn ich in so einer Sitation bin, an etwas kreativem, an Roman, Drama, was weiß ich, zu schreiben...könnte was dabei rauskommen.

Man muss nur auf die richtigen Ideen kommen.
Ich werd nie begreifen, wo Ideen eigentlich herkommen...

Aber ich schweife ja schon wieder völlig ab.

Zeit, schlafen zu gehen.
Moritz am 11.2.07 22:41


Lieblos

Ach Moritz,ich weiß auch nicht,was du machen kannst.
Ich fand die Party gestern verdammt cool,ich hatte so viel Spaß wie seit Langem nicht mehr,ich hatte eigentlich auch den EIndruck,dass du Spaß hattest.
Ich will nicht gemein sein,du weißt dass ich es so auch nicht meine,aber du hast keinen Grund,so in Selbstmitleid zu versinken,wirklich nicht.DIr geht es gut - rein objektiv betrachtet,und dieses ewige ach-mir-gehts-so-schlecht macht es verdammt nochmal nicht besser.
Ich hab dir schon so oft gesagt,dass du einfach mal deinen Arsch hochkriegen musst,dass du nicht so vor dich hindümpeln darfst.Das ist so anstrengend,für dich und für alle anderen.
Du musst lernen,dich zu zwingen,das ist immer der Anfang,und das musst DU lernen,du selbst,nicht ich und nicht die Welt.
Sondern du.
Janna am 10.2.07 17:39


Fehlstart

Ok ich denke wir sind uns einige, dass diese Feier tatsächlich richtig behindert war. Naja mit genug Alkohol und ein wenig Ausgelassenheit lässt wars dann doch ziemlich lustig, kann man nix sagen.

Aber heute liegt etwas Bedrückendes in der Luft, dass über den üblichen, trüben, aber oft recht gemütlichen Katerfilm hinausgeht. Es schnürt mir ganz leicht und sanft die Kehle zu.

Ich glaub ich muss hier raus.

Ich fühl mich unnötig einsam, lächerlich düster und übertrieben zerrüttelt. Die Farben spielen völlig unglaubwürdig Grau. Miese Schauspieler. Unnötig misstrauisch sind sie, genau wie ich und trauen mir nichts buntes zu. Lächerlich überflüssig. Lachhaft schwarz.

Desperate and ravenous
so weak and powerless


Janna, was soll ich nur tun dagegen, zynisch und selbstmitleidig zu sein und das alles, was ich grade war? Nein, dieser Tag läuft falsch.
Moritz am 10.2.07 12:58


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