Gedichte und Songtexte

Treibholz

An wenig noch halte ich
Mit kalten Fingern mich fest.
Und lass ich, ließ ich los,
Ich fiel
Vage durch Raum,
Tief durch Zeit,
Aus dem Traum
In Ewigkeit.

Treibgut wär ich,
Sternenholz.
Schwebend sehnte
Mondesstolz,
Schöner ferner Schein.

Bis klamme Finger,
ohne Halt
Nach Küsten des Nichts
In Endlichkeit
blutig griffen.

Und nie strandete Ich,
Ließ ich los.
Moritz am 6.1.07 15:49


Da ist ein Licht.
Ich fühle mich nackt darin,
Kein Schatten bedeckt mich,
Kein Schleier liegt über mir.

Da weht ein Licht,
Ich fühle mich klein darin,
Die Wolken sind gemalt,
Ihr Atem ist schwer.

Da geht ein Licht
Durch warmen Nebel,
Keine Schwaden durchschaut,
Kein Gedanke klar.

Da ist ein Licht.
Ich fühle mich nackt darin,
Ich sehe dem Wind hinterher,
Er weht in mich.
Seele wirft Windschatten.
Moritz am 1.1.07 14:24


Himmelstränen/Fernwärts

Berstend Himmel brechen schreiend
Schmerzensiegels stillen Frost.
Aus dem Traum verschlingen Straßen
Hagelwinde, West nach Ost,
Bis Eiseswasser auf dem Graue
Spült hinfort den alten Rost.

Versiegelt Worte lassen fallen
Von Kristallen, die sie griffen,
Ziehen wehend Windeskreise
Welcher schwerelos gepfiffen
Lieder dicht im Regen gleiten,
Ferne tragend wie auf Schiffen.

Weinen nun solch dunkle Stürme
Leben in die weite Nacht,
Schmilzt die Himmelswand herüber
Aus dem Nichts, dass ich erdacht?
Sodann reich ich meine Hände
Gen der tiefen Traumesfracht.
Moritz am 31.12.06 14:08


Nemesis

Wie Licht und Schatten werd ich sein,
und um Gnade wirst du schrein.
Mein Blick wird dich ins Feuer führn,
werd deinen Schmerz mit Hoffnung schührn.

Ich werde deine Göttin sein,
die süß an dich den Tod verschenkt,
durch bloßen Blick Geschicke lenkt.

Ich werde dich nie gehen lassen,
mit zarter Hand die Deine fassen.
Und kommt die Zeit,schick ich dich fort,
ganz ohne Geste,ohne Wort.

Oh,als dein Stern werd ich dir leuchten,
dich locken auf den falschen Weg,
an dessen End' der Wahnsinn steht.

Dich nähren wird mein bitt'rer Mund,
dein Herz stoß ich dir blutig wund.
Hin gibst du dich der Liebe gar...
Du bist der Narr,der ich einst war.



Will wieder stark sein.
Janna am 26.12.06 16:15


Freudenfeuer

Dein Schatten tanzt noch an der Wand
wo vorher deine Bilder hingen.
Doch wie es ist mit allen Dingen
so auch dein Werk ein Ende fand.

Ich habs verbrannt die letzte Nacht.
Es loderten die Flammen hoch hinauf,
Wie ich es wollt nahms seinen Lauf,
doch hats mich traurig schon gemacht.

Das Dunkel wich vor heißer Glut
in die ich auch mein Herz dann warf.
Wer sagt mir,wie man lieben darf?
Mit Herz,doch ohne Herzensblut.

Dein Schatten tanzt noch an der Wand,
doch weiß ich nicht mehr,wer du bist.
Ist das nur wieder Liebeslist?
Kanns sein,dass ich's Vergessen fand?
Janna am 7.12.06 22:46


Tapetentrauma

Orange die Kanten.
Die Decke ist weiß.
Ecke, über meinem Auge,
Kommst immer näher,
Immer enger
Zwänge ich mich.

Die Schultern stechen.

Ecke, nehm mich auf,
Ich schwebe immer mehr
Zu dir, durch Taubheit,
Grauen Film.
Immer kleiner
Macht es mich.

Die Gedanken schwinden.

Ecke, nehm mich auf,
Schluck auch meine Träume,
Ich wird ein Teil von dir,
Mach mich zu einem Stein,
Zu einem Teil der Welt,
Die Welt gehört mir.

Die Träume kreiseln
Durch die Tapete
Ins Nichts.

Die Schultern stechen.
Moritz am 26.11.06 13:41


Seelenpochen

Es schlägt so schwarz im Takte mit
Und denkt dabei an alte Lieder
Bis jeder Tropfen rhythmisch fließt
Durch nächtlich Stille, immer wieder.

Oh irrt es, macht es sich heute frei,
Schaut Tageslichterfarben gar?
Obwohl eine jede Faser sucht
Zu retten, was nie zu sehen war?

Denn Wille haucht, tief aus der Mitte
Sein vernunftentrunken Trockeneis
Und lässt das Strömen just erstarren
Und stimmt den roten Rhythmus weiß.

Ach Morgen gähnt so drohend in der Brust,
Ganz leise hallt Musik von fern Verlust
Und lügt
Und friert
Und schweigt.
Moritz am 26.11.06 09:10


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter] Gratis bloggen bei
myblog.de