Gedichte und Songtexte

Tightrope

Tightrope

Spirits on the ceiling
And faces on the screen
You don’t know where to stare
And do you even care?

Lights are in black boxes
Screaming for their time
Still they make your ears go blind
Would you ever mind?

There’s a tightrope in the air tonight (tightrope, cutaway)
All unseen among the golden lights (unseen, gone astray)
Outside the window, of some other kind (outside, we go)
You seem to tip it down, don’t know, never mind (down, down, don’t know)

The air is getting thinner
And the voices are so far
Speakers say it’s not too late,
Are they up to date?

Sand falls out your pockets
And where goes all your time?
It stays right in your darkened room
Will never share your doom.

There’s a tightrope in the air tonight (tightrope, cutaway)
All unseen among the golden lights (unseen, gone astray)
Outside the window, of some other kind (outside, we go)
You seem to tip it down, don’t know, never mind (down, down, don’t know)


Unstable new life in your fingers
As you cling to the nights unborn rope
That hangs so silently in your head
That swifts so softly through your head.

Far from the artificial nightmares
We cling onto the very last moment
With bleeding, aching palms,
With bleeding, burning palms.
Moritz am 11.4.07 15:58


Mondfinsternis

Kupfern Silber streift mein Auge,
Ich spür es feucht zwischen den Lidern.
Tropft Purpurmilch und Sonnenstaub
Zu einem Kopfesrinnsal ab.

Der schmale Strom aus blassem Licht
Spiegelt seinesgleichen wider
Und wirft zurück die Fragen die
Schwerelos am Himmel drohn.

Unendlich schwer der blutig Schein
Des kleinen, wahngeplagten Fels.
Sein namenloser Schrei dröhnt rot
Und hallt zwischen den Kratern.

Als lugten Schwalle grellen Blutes
Aus tiefschwarzen Klüften vor,
Wie ein Geheimnis aus Gestein
Hier rinnt nur Wahrheit Kerben.

Nun mit tosend Donnerschlagen
Reißt Etwas Schatten in das Gold,
Wie eine Frage deren Antwort
Sich schon lange selbst verlor.
Moritz am 5.3.07 14:52


Winterregen kann nicht schneien,
Will nicht
Wüsste nicht
Warum auch grade heut?

Sehnend tanzt er tausendfach,
Seinetwegen
Soll er doch
Sogar bis morgen schreien.

Mehr noch als er Tanz und nass –
Meinetwegen
Mag es ja
Manchmal tote Kälte sein.

Frei von Eis tau’n Himmel auf,
Farbe nun
Fragt mich gar
Für immer nach der Wahrheit
Fern Morgen.
Moritz am 15.2.07 16:00


Of Nameless Moons

What about the man on the moon?
He has no name.
Think about it.

He’ll never be more, yet never less
Than an allegory
Without a name.

We walk with him, drinking light for days,
Stumbling blindly over earth’s bleak crates
Straight into the ashes,
Seeing light in ashes.

Now nothing will ever be the same
We are the ones that have no name,
Damned, frowning, always the same
Shake the hand that has no name.

Throw your safety down the well
That has no name,
You won’t need it.

Walk with us in moonlit streets,
Deserted, empty,
Go lose it all.

Lose your track of time, waste your memory,
Concentrate and think of where you’d rather be,
A place without a name.
A world without a name.

Now nothing will ever be the same
We are the ones that have no name,
Damned, bleeding, always the same
Shake the hand that has no name.


The sun is writing poems into the ashes,
Using the moon for a pen this time,
He whining ‘bout his lost identity,
I never saw her writing down a name.

The moon is choking so hard on his own fate,
Using his silver hand this time,
You staring at your long lost name,
He just took it out of your mouth.
Moritz am 5.2.07 22:47


Rückfahrt

Du musst wissen, dass ich immer alles zuvor plane. Es ist sehr wichtig für mich, dass alles in geordneten Bahnen verläuft und seine Richtigkeit hat. Ich bin ein Gewohnheitsmensch, ich esse immer zur selben Zeit und putze mir danach die Zähne, ich gehe jeden Abend um die selbe Zeit schlafen, auch am Wochenende. Sonst komme ich durcheinander.
Für meine Zukunft hatte ich schon immer feste Pläne, ich wollte Medizin studieren, nach genau 12 Semestern fertig sein und dann bei meinem Vater in der Praxis arbeiten, das hatte er mir schon versprochen. Eigentlich war alles perfekt – und dann kam sie.

Ich habe den Demian gelesen auf der Heimfahrt von München, ich hatte dort im Süden meine Tante besucht. Es war später Nachmittag, und im vergehenden Abendrot glühte der Schnee so penetrant schön, dass es sogar mir auffiel. Auf einmal quietschten die Bremsen der Zuges so sehr, dass mir die Ohren weh taten, ich weiß noch, dass ich mich darüber ärgerte, denn es hatte meine Konzentration gestört.
Und dann sah ich sie, ein Mädchen von vielleicht sechzehn Jahren, ein Unscheinbares, auch wenn das meiner Meinung nach für die Meisten gilt. Sie muss wohl hinter mir gesessen haben, denn dort stand sie dann auch, auf dem Gang, und nie werde ich ihre weit aufgerissenen Augen vergessen, diese riesigen, schwarzen Augen. Sie stand da und kreischte und schrie, so laut, dass sogar der alte Mann in der Ecke aufwachte.
Ich stand auf und legte ihr den Finger über die Lippen. Warum, weiß ich nicht, ich tue so etwas eigentlich nicht. Und dann hörte sie wieder auf zu brüllen und starrte mich nur mit diesen riesigen Augen an, bis ich sie an der Hand fasste und auf den Sitz neben mich zog.
Sie sagte: „Hallo, ich heiße Mia. Meinst du da ist jemand gestorben?“
Und ich antwortete ihr: „Ich heiße Peter, und du musst keine Angst haben.“
Ich wunderte mich über mich selbst, doch das verflog, als sie scheu lächelte und dann anfing zu reden. Sie redete und redete, und ich hörte zu und vergaß die Zeit.
In Nürnberg stiegen wir aus, ich hatte nicht bemerkt, dass ich einige Stationen zu weit gefahren war. Sie gab mir ihre Telefonnummer und ging nach Hause, ich sah ihr nach bis sie verschwand und verpasste den nächsten Zug.
Natürlich rief ich sie an. Natürlich kamen wir zusammen. Ich kam mir vor wie ein Alien in meinem Körper, wenn wir zusammen Eis laufen gingen und ich ihre Hand hielt, ich war glücklich, wenn sie bei mir war und auch, wenn nicht, weil mir der Schmerz noch nie so süß vorgekommen war.
Und dann, irgendwann, es muss bestimmt ein Jahr später gewesen sein, fiel mir auf, dass sie nicht passte. Dass ihr unbeschwertes Lachen mich immer mehr an meine Fesseln erinnerte, dass ihre warme Hand zu schwach war, um mich von meinem Weg abzubringen.
Das ein unscheinbares Mädchen, das auf einer Zugfahrt zu schreien begonnen hatte, nicht das Recht besitzen könnte, meine Pläne zu ändern. Mia war niemals geplant gewesen.
Ich sagte: „Mia, es tut mir Leid, aber wir können nicht zusammen sein.“
Und sie antwortete: „Ich weiß, Peter. Ich habe auch keine Angst mehr.“
Und dann, dann ging sie. Einfach so, ohne die Szene, die ich mir ausgemalt hatte. Es störte mich, dass sie nicht geweint hat, dass sie mich nicht anflehte, bei ihr zu bleiben. Das passte nicht in meinen Plan.

Jetzt bin ich Arzt und mein Vater ist tot, ich habe seine Praxis übernommen, so, wie es geplant war. Mia habe ich niemals wieder gesehen.
Nur fehlt sie mir.
Janna am 4.2.07 19:23


Knochenspiel

Knochendünne Splitterarme
Nehmen die schwach zitternd Hand,
Ziehen los in schwarze Himmel
Mit spitzen Fingern, Haut verbrannt.

Da werden alle Muskeln weich
Und Arme schlackern hilflos schlaff
Durch kalte, bleiern flüssig Luft
Schwimmt davon die ganze Kraft.

Nie darf dennoch Knochen brechen,
Denn beugt er sich der dumpfen Last
Verblasst sein bleiches Mark ins Nichts
Und lässt mich tiefer fallen fast
Als ich die Knochenleitern warf
Brach mir beinahe von der Last
Das Rückgrat.
Moritz am 29.1.07 23:18


Zwischen den Sternen

Wandernder falscher Stern,
Kannst du mich sehen,
Während du verbrennst?

Kleines, sterbendes Feuer,
Kannst du nicht spüren
Was ich wünsche?

Ferner, goldener Traum,
So gern würd ich verglüh’n
Genau wie du.

Kalt ist Nachtens Himmel sehr,
Ich öffne die Fenster und sehe mehr,
Die Finger glühen in die Nacht,
Wärmen ihre Geschichten, sacht
Und strecken sich voll Sehnen hoch
Und kennen tausend Wünsche noch...


Drei Sternschnuppen hab ich grade schon gesehen, der Himmel ist voller Träume heute...
Moritz am 7.1.07 19:56


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