Sober

Die Sonne steht am Himmel wie ein großes, strahlendes, wachsames Auge. So hell war es schon lange nicht mehr, das Licht wabert förmlich auf dem Boden, Sonnenstrahlen strecken sich wie goldene Säulen zur Erde und saugen die Schatten auf, genaus wie den Restalkohol, der ganz langsam aus mir rausfließt. Die Lichtsäulen klettern behutsam herab, schieben die Haarsträhnen beiseite, klettern in den Scheitel, nehmen den Nebel heraus und lassen dafür irgend etwas zurück, etwas helles, klares.

Ich hab mich schon lang nicht mehr so gut gefühlt.

Wie der Wind mir entgegengeweht hat, während ich die Wolken beobachtete, da hatte ich ein seltsames Gefühl von Freiheit. Auf einmal ist alles so klar.
Greller, glitzernder Nebel stand zwischen den Baumwipfeln, alles war voll davon und überall der Wind, frisch, klar, frei und was weiß ich nicht noch alles.

Ja, plötzlich ist der Nebel nicht in meinem Kopf, sondern über dem Wald, in den Straßen, in der Luft und er ist hell und durchsichtig.
Dann kam das richtige Lied. Ich bin nicht nüchtern im eigentlichen Sinne des Wortes, aber eine gewisse positive Nüchternheit, die ich nicht oft hab und die ich sehr gut gebrauchen kann grade hat mich eingeholt.

Mother Mary won't you whisper,
Something but the past and done?


Alles ist so klar grade.
Als würden mir Dinge über die Welt und mich plötzlich klar...kennst du solche Tage?
Heut ist ein Kopf- Tag, aber alles Grau ist aus dem kopf heraus.

Ich hab mich schon lange nicht mehr so gut gefühlt.
21.1.07 13:46
 


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