Nevermind The Emptiness

Komischer Tag.Wirklich etwas gearbeitet,und jetzt zurecht müde und erschöpft.Ich weiß,wenn ich jetzt ins Bett gehe kann ich nicht schlafen.
Ich müsste noch Haare waschen,kann mich aber nicht dazu aufraffen.
Würde gern mit Max reden,einfach so mal,aus purer Freude an seiner Gesellschaft,wüsste aber mit Sicherheit nicht was ich ihm sagen soll.
"Oh,hallo,und wie gehts dir so?" Das wäre bei jedem okay und bei ihm würde ich nen Anfall bekommen.

Es ist wirklich interessant was einem so unterkommt,wenn man ein Mailpostfach ausmistet.Alte E-mails von 2001,in denen ich einen Klassenkameraden anflehe etwas mit mir anzufangen,der damals wie heute wahrscheinlich nichtmal wusste,was der Unterschied zwischen Jungs und Mädchen ist.
"Hey du Heino weil ich in dich bin" Hab ich geschrieben,
da war ich 12.
Süß,gell...
Aber es war nicht so als wäre mir das damals schon so lächerlich vorgekommen...Ich habe natürlich sehr ernsthaft gelitten,so wie immer.
Und heute sitze ich dann hier und kriege mich vor lauter Lachen schon garnichtmehr ein.

Auch die Julia,auch von ihr habe ich viel gelesen,das war auch so um den Dreh.Je,da ging es mir ja ganz furchtbar,das weiß ich noch.Aber gut,sie habe ich auch wirklich geliebt,zum ersten Mal.
Aber jetzt?Kann ich mich nicht einmal wirklich daran erinnern warum wir gestritten haben.Aber ich weiß noch wie sie roch,wenn sie in mein Bett gekrabbelt kam,und ich weiß noch wie sie aussah ganz kurz bevor sie zu lachen anfing.
Das werde ich wohl nie vergessen.

Was ist in weiteren 5,vielleich 10 Jahren?
Sitze ich dann auch wieder irgendwo und muss lachen bei dem Gedanken an das Heute?Finde ich es dann auch lustig wie scheiße es mir im Moment geht?Spöttel ich dann auch über die Ernsthaftigkeit,mit der ich hier vor mich hinleide?

Ich weiß es nicht.Vielleicht.Vielleicht aber auch nicht.
Ich bin mir sicher,dass es in 5 Jahren nicht mehr weh tut,ja.
Aber lachen werde ich wohl nicht.

Und auch nie vergessen wie er aussieht,ganz kurz bevor er zu lachen anfängt.
5.12.06 21:00


Freudenfeuer

Dein Schatten tanzt noch an der Wand
wo vorher deine Bilder hingen.
Doch wie es ist mit allen Dingen
so auch dein Werk ein Ende fand.

Ich habs verbrannt die letzte Nacht.
Es loderten die Flammen hoch hinauf,
Wie ich es wollt nahms seinen Lauf,
doch hats mich traurig schon gemacht.

Das Dunkel wich vor heißer Glut
in die ich auch mein Herz dann warf.
Wer sagt mir,wie man lieben darf?
Mit Herz,doch ohne Herzensblut.

Dein Schatten tanzt noch an der Wand,
doch weiß ich nicht mehr,wer du bist.
Ist das nur wieder Liebeslist?
Kanns sein,dass ich's Vergessen fand?
7.12.06 22:46


Immer wieder Sonntags....

Irgendwie ist mir zur Zeit jeder Wochentag lieber als der Sonntag, ob nun Schule ist oder nicht.
Fast jedes Mal falle ich in ein Loch von tödlicher Langeweile und fataler Motivationslosigkeit und kann mich zu nichts aufraffen, bis ich dann irgendwann meine Gitarre schnappe und ein bissche spiele, ein bisschen übe.
Doch auch daran verliere ich relativ schnell die Lust und sitze da und irgend etwas sitzt hier in mir und malt alles grau und macht mich unendlich leicht und schwer gleichzeitig und ich würde doch nur gerne mal wissen, was ich mit meiner Zeit, meinem Leben anfangen soll.

Teilweise hält die Musik mich sehr gut am Laufen, wobei sie auch mit "Schuld" daran ist, dass ich so geworden bin, wie ich geworden bin.
Ohne sie ginge nichts mehr.
Schließich war ich nicht immer melancholisch, so wie ich es heute bin und so oft zur Zeit...
Aber Melancholie kann im Leben einfach eine Lücke füllen, wenn einem andere Gefühle fehlen, kann so verdammt hypnotisierend und erhebend sein...so verlockend groß und besonders ist sie, voller düsterer Träume und dramatischer, weltfremder Visionen.
Vieles beziehe ich von dort...Kreativität, Musikalität, Ideen, Gedanken. Aber nicht Leben.
Es macht müde, so viel im eigenen Kopf zu leben. Man sitzt mit sich selbst ständig auf so engem Raum, wie soll man da verhindern, dass es irgendwann mal zu Zoff kommt?

Weißt du, jetzt versuche ich wieder, mein Herz im Rhythmus der Musik schlagen zu lassen, auf dass sie mich mitnimmt. Irgendwo hin. Irgendwo, wo ich nicht nutzlos herumhänge und mich zu nichts aufraffen kann...
Bald, bald ist Montag, noch einige Stunden und der Schlaf kommt, zuverlässig, und die Welt hat mich wieder, irgendwie. Alles ist besser als dieser taube, einsame Sonntag.
10.12.06 16:48


Aufbruch - wieder mal

Die Sonne scheint klar und kräftig,wenn auch nicht sonderlich warm (es ist schließlich Winter) auf die frostüberzogenen Felder,es ist hell und licht - ein guter Tag.

Heute abend kommen wir einmal raus aus dem Trott,ich denke es wird Zeit.Etwas anderes machen,etwas anderes sehen - nicht das ewig gleiche,immer wieder.

Ich habe endlich wieder die richtige EInstellung,und ich hoffe,dass sie ein wenig auf dich abfärbt - oder du sie sogar selber bekommst,von selbst.Wir werden sehen.
Wenn nicht,dann lass dich mitziehen,ich bin wieder dran.
Ich bin wieder an der Reihe zu einem neuen Sturm aufs Leben zu blasen,die letzten Mal bin ich immer nur gefolgt.

And I don't give a damn about my bad reputation...
16.12.06 11:35


Mind Hangover

Die Sonne versteckt sich hinter grauen Wolkenwänden, die Luft ist leicht und schmeckt absurd mild.
Ich kenne diese Art von Tag noch irgendwoher. Erinnert mich an eine Reihe bewölkter, verregneter Sommertage, vor langer Zeit. Die gleiche Musik kam aus den Boxen, das selbe Geühl stellte sich ein. Bilder hingen mir nach.
Ein Bild als Resumée des Wochenendes? Was hab ich noch in meinem Kopf?
Ich sehe den Tisch einer Bietischrgarnitur, mit der üblichen Oberfläche, die - trotz oder vielleicht sogar wegen der Dreckschichten darauf - das rötliche Licht der Turnhalle wiederspiegelte, ohne es wirklich leuchten zu lassen. Ein zögerliches Orange. In der Mitte der überfüllte, metallische, flache Aschenbecher, wie ein Thron voller toter Regenten. Verstreut auf dem ganzen Tisch, zwischen den schwarzen Flecken, von Asche überzogen, lagen Kippenstummel verstreut herum - jene, die es nicht mehr in das Massengrab geschafft haben wirkten verloren in der hölzernen Weite.
Es saßen keine Menschen daran. Sie waren auch verstreut, in den Raum, in ihrem Tummel, plötzlich so fremd...

Ich weiß nicht, ob du nachvollziehen kannst, wie schaurig- schön ich das in dem Moment fand und wie traurig es mich dennoch machte.
Wieso ist nur der Aufbruch so mühsam diesmal?
Wieso bekomme ich diese schwere leichte Kette um meine Gedanken nicht los?
Gedanken habe ich, sogar Träme, glaube ich. Vor grenzenlosem, alles- verneinendem Nihilismus fürchte ich mich höchstens, aber ohne Angst zu haben. Nein, egal, was Sinn macht und was nicht, ich kann im Leben stehen und mir Dinge suchen, die mir etwas Wert sind, die mir teuer sind. Ich habe sogar solche Dinge...
Aber etwas steckt dahinter. Etwas will den Aschenbecher mit der toten Vergangenheit, die wir vergessen haben, nicht ausleeren. Wir müssen vom Rand klettern, dieses mal, und zu Fuß gehen - heute bin ich nicht der bessere Kletterer, Janna...vielleicht brauche ich auch nur etwas Zeit, an neue Zeiten zu glauben. Oder auf sie zu hoffen.
Schritt für Schritt.
Die Luft ist klar.
Mir fällt ein Lied aus alten, guten, schlechten, verzweifelten, noch jugendlicheren Zeiten ein.
The sky is frozen to a wall,
We die, we all
17.12.06 11:29


Nemesis

Wie Licht und Schatten werd ich sein,
und um Gnade wirst du schrein.
Mein Blick wird dich ins Feuer führn,
werd deinen Schmerz mit Hoffnung schührn.

Ich werde deine Göttin sein,
die süß an dich den Tod verschenkt,
durch bloßen Blick Geschicke lenkt.

Ich werde dich nie gehen lassen,
mit zarter Hand die Deine fassen.
Und kommt die Zeit,schick ich dich fort,
ganz ohne Geste,ohne Wort.

Oh,als dein Stern werd ich dir leuchten,
dich locken auf den falschen Weg,
an dessen End' der Wahnsinn steht.

Dich nähren wird mein bitt'rer Mund,
dein Herz stoß ich dir blutig wund.
Hin gibst du dich der Liebe gar...
Du bist der Narr,der ich einst war.



Will wieder stark sein.
26.12.06 16:15


Himmelstränen/Fernwärts

Berstend Himmel brechen schreiend
Schmerzensiegels stillen Frost.
Aus dem Traum verschlingen Straßen
Hagelwinde, West nach Ost,
Bis Eiseswasser auf dem Graue
Spült hinfort den alten Rost.

Versiegelt Worte lassen fallen
Von Kristallen, die sie griffen,
Ziehen wehend Windeskreise
Welcher schwerelos gepfiffen
Lieder dicht im Regen gleiten,
Ferne tragend wie auf Schiffen.

Weinen nun solch dunkle Stürme
Leben in die weite Nacht,
Schmilzt die Himmelswand herüber
Aus dem Nichts, dass ich erdacht?
Sodann reich ich meine Hände
Gen der tiefen Traumesfracht.
31.12.06 14:08


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