some kind of temporary sanity

Es ist ein seltsamer Tag heute.Es ist kalt,draussen und drinnen,und ich friere egal in wie viele Schichten ich mich wickle.

Ich hatte Recht gestern,ich hätte nicht kommen sollen,hätte mich nicht überreden lassen sollen.Am Besten wäre ich einfach daheim geblieben,hätte mich aufs Sofa gesetzt und ferngesehn,bis ich einschlafe.Am Besten wäre es wirklich gewesen,mich nicht zu zwingen.
Ich bin froh,dass ich morgen spätestens erst mal hier weg bin,weit weg von all den Leuten mit denen ich nicht mehr umzugehen weiß,weg von all dem Trubel und der Eintönigkeit,weg von den Momenten,an die ich mich viel zu gut erinnere,weg von der Erwartung und dem Warten,das so sinnlos ist.
Es warten auf mich ein paar Tage ohne denken,ohne das endlose Hin und Her,ohne Erklärungen und Rechtfertigungen.

Alles was ich tue,ist ein Fehler,egal,was.
Ich verlange zu viel von allem,vor allem auch von mir.Und ich bin ungerecht,dir,euch,ihm,mir selbst gegenüber.
Es ist wieder eine dieser Zeiten,in denen man am Liebsten,und am Besten,einfach einschlafen sollte und nicht wieder erwachen,schlafen,schlafen,den Schlaf eines Toten.
Ohne zu träumen.

Nicht diese Welt ist es,in der ich lebe.


"
Wo kämen wir hin,
wenn alle sagten
wo kämen wir hin
und keiner ginge
um zu sehen
wohin wir kämen,
wenn wir gingen.
"
(Kurt Martin)
1.11.06 14:11


Die Eisbahnbrücke

Ein Engel bog falsch ab,
Links war Schneesturm.

Die Luft war kälter hier,
Die Lichter blasser,
Federschweres Wehen,
Flügel immer nasser.

Keiner sah dort keinen,
Höchstens die Laterne
In den Schafespfoten.
Oder waren’s Sterne?
Kürzer wurd der Blick,
Weiter doch die Ferne.

In seidener Engelshaut
Glitzernde Kristalle,
Winzig klein, zart dabei,
Man sah sie aber alle!
Königliches Edelrot
Zwischen totem Schalle,
Süße Ohnmacht, tauber Flug,
Zeit zu gehen, falle.

Keiner sieht mehr keinen,
Niemand nimmt den Graben,
Spatenstiche tiefen nicht,
Nehmen nur, was alte Gaben
Tot sind und weiß gelebt,
Wo Schaufeln sich nun laben.

Und neben kalten Straßen,
Ein zugeschneiter Stein,
Gemeißelt heiß Verlangen,
Nicht länger hier zu sein.

Ach Engel bogst falsch ab,
Wärst doch durch den Schneesturm!
2.11.06 16:02


...of melancholy burning

Es kann so süß schmecken, wenn einem die Melancholie zu Kopf steigt und man den Halt verliert, sanft und beständig vom Tage weggleitet.
Ich sitze in einem See von realitätsferner Trauer, düsterer, träger Musik und einem befremdlichen Gefühl von Einsamkeit. Harmlos in all seiner Dunkelheit.
Versuche, etwas Gemütlichesr den Abend zu planen, während der Hals kratzt, die Nase zu jucken beginnt, die Augen sich langsam ans fiebrige Tränen machen und so mal wieder eine Erkältung ankündigen.
Harmlos in all ihrer Nervigkeit.


Die ganze Welt ist Harmlos und nüchtern und schwebt um meinen ruhigen Kopf herum, in dem wie eh und je irgend etwas rastloses brütet und die kühlen Schädelwände wärmt und mit komplizierten Kohlezeichnungen verziert.
Ja, süß schmeckt die Melancholie heute, auch wenn sie mich außer Gefecht setzt, ein wenig. Auch wenn alle Gedanken ein wenig ins Abstrakte fliehen.

Ich träume den Traum eines Toten, ohne zu schlafen.

Nicht diese Welt ist es, in der ich heute lebe.
Aber auch keine andere.

Es ist wohl schwer zu verstehen. Es macht nicht unglücklich. Es macht nicht glücklich. Es macht traurig und nachdenklich.

Irgendwo zwischen den Welten sehe ich dich im Nebel stapfen, die dunkel verhangenen Küsten entlang gegen den Wind und den Schneestrum ankämpfen, irgendwo an den Ufern, wo sich unsere Wege immer wieder kreuzen.
Wie seltsam die Welt ist, wenn man zu viel über sie nachdenkt.
2.11.06 19:28


Tanz

Schatten tanzen grau
Durch das bunte Schwarz,
All die kahlen Farben
Tanzen, tanzen, tanzen!

Alles schwirrt und schwindelt,
Irrt und weilt und weht
Den Raum entlang,
Hin und her.

Fassen dich mit Kraft
Bei den kleinen Händen,
Wirbeln dich herum,
Tanzen, tanzen, tanzen!

Schwammig schwert sich Schall,
Stimmensummen sägt
Den Gehörgang durch
Aus weiter Ferne.

Schleppendes Scheppern
Lähmt die Melodie
In fiebriger Trance zu
Tanzen, tanzen, tanzen.

Tragen mit dem Wind
Irgendwo dort draußen
Uns alle in die Weite,
Drehen uns.

Und wir tanzen rastlos
Den einen, flüchtigen Moment,
Starr und einsam,
Ohne sein gräulich Bild
Zu behalten, wir
Tanzen, tanzen, tanzen...
5.11.06 19:22


Regenglanz

Die Sonnenauf- und -untergänge sind es beinahe wert,einen regnerischen Tag zu erleben.Ich weiß den wissenschaftlichen Hintergrund nicht,aber an verregneten Tag sind sie besonders farbenfroh.
Als ich dann also aus dem Auto ausgestiegen und den Berg hinunter zu meinem Haus gelaufen bin,da war er direkt vor mir,der lila-rote Sonnenuntergang.

Daheim habe ich mich aufs Sofa gesetzt,mit meinem dicken fetten Liebesroman,einer Tafel Schoklade und einer Kanne Tee.
So lässt es sich leben,habe ich mir gedacht.
Und dann ist mir aufgefallen,wie wahr dieser Satz eigentlich ist.Vielleicht ist es nicht gut,und mit Sicherheit nicht notwendig,dass wir uns immer und andauernd den Kopf zerbrechen und versuchen,etwas Besonderes zu erzwingen.
Denn letztendlich haben wir das ja,ohne zu uns anstrengen zu müssen.Man muss nur bereit sein,es zu sehen.
9.11.06 19:17


Come Clarity

maria (09:04 PM) :
aber du bist irgendwie in letzter zeit immer aweng schlecht drauf am späten abend...wasn los?

Hmm. Antwort vermutlich: Nichts. Aber man merkt mir mit ein wenig Gespür einfach so leicht an, dass ich nicht ganz in der wirklichen Welt bin mit den Gedanken, sondern ab und zu einen stumpfen Tiefgang irgendwo anders hin mache.
Ich werde so schnell müde von den Dingen manchmal, sage ich, und sage die Wahrheit.
Auch wenn der Abend gestern mal wieder ein guter Stud- Abend war, ich hab es lange ausgehalten, bis ich ein wenig abgedriftet bin, vielleicht bin ich auf gutem Weg dahin, mal wieder ein wenig mehr Selbstsicherheit, ein wenig mehr Lebensnähe an den Tag zu bringen...
"So lässt es sich leben", das ist so oft auch wahr, wenn man es sich nicht denken würde, du hast natürlich völlig Recht. Aber es ist manchmal so verdammt schwer, die Maßstäbe zu sehen, denn wie soll man wahrnehmen, wenn nicht subjektiv? Aber ich kenne das Gefühl, einfach durchzuatmen und zu leben ziemlich gut, ich war mal ein wahrer Meister darin...für irgendetwas habe ich es geopfert. Wobei, irgendwo ist es noch, ich werd es schon wieder finden, wie auch immer es nun aussehen mag...


Rushing through thirty
Getting older every day... by two
Drawing pictures of innocent times
Can you add color... inside these lines?

I want you to lead me
Take me somewhere
Don't want to live
In a dream... one more day

Sure it would change my perspective
I'm certain I would change today
I'm certain it would change our ways
Would things fall into place?

I want you to lead me
Take me somewhere
Just don't want to live
In a dream one more day

(In Flames - Come Clarity)
12.11.06 21:25


Same old road

And the tears fall like rain
Down my face again
Oh the words you wouldn't say
And the games you played
With my unfoolish heart
Oh I should have known this from the start

Oh the winter and spring
Going in hand in hand
Just like my love and pain
How the thought of you cuts deep within the vein
Oh this brand new skin stretched across scared terrain

I don't want to be let down
I don't want to live my life again
Don't want to be led down the same old road
Said I don't want to be let down
I don't want to live my lies again
Don't want to be led down the same old road

(Chester Bennington - Let down)


Nur ein Tag wie jeder andere eigentlich.Früh aufgestanden,spät heimgekommen,ausgepumpt,müde,überanstrengt.
Ich stand auf dem Pausenhof und aus dem großen Musiksaal konnte man die Probe der Jungs hören.Man hat ihn so sehr herausgehört,und ich habe gedacht "Ich hasse deine Stimme".
Tue ich das?
Hasse ich?

Es geht alles weiter und doch steht es still,es bewegt sich kaum,und nicht einen Deut außerhalb der festen Bahnen.
Aufstehen,Schule,Essen,Starren,Bett.
Jeden Tag.

Ich weiß,es ist nur eine verdammte Zeit,die schon wieder vorbeigehen wird.
Aber glücklich muss ich noch lange nicht über sie sein.
15.11.06 17:33


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