Sometimes

Ich hör schon den ganzen Tag Grey Daze - Sometimes,
aber frag mich net warum.
Wahrscheinlich ist es nur der übliche Pessimismus,das übliche Schwarzsehen,weil ich nunmal ein gebranntes Kind bin.
Aber ich fühle mich unwohl mit dem allen.
Nicht,weil es mir nicht taugt,oder weil mir etwas fehlt.Für mich ist das alles wunderbar,ich bin glücklich,ich habe alles was ich will.
Aber er...Ich weiß nicht.Er schaut immer so...komisch.Trübe,irgendwie.Ernst.
Ich hab irgendwie das Gefühl dass da was nicht stimmt.
Es wäre so schön irgendwie mal zu hören dass er glücklich ist oder dass er mich liebt.Dann könnt ich endlich mit diesem Gehadere aufhören,
aber er sagt es nicht.
Vielleicht ist es total bescheuert und ich sollte einfach die Klappe halten,aber irgendwie kann ich das nicht.
Ich denke ich werd mal mit ihm reden wenn ich ihn wiederseh,Dienstag wahrscheinlich.
Weil ich mir denke,dass es entweder kein Stress ist,er es abtut und wir drüber lachen,
oder aber wenn nicht,
sollte ich es wissen.

Bin ich schon wieder zu misstrauisch?
...und kann mans mir verübeln?
1.10.06 13:31


Rust in Peace

Der PC rattert und röhrt und rechnet und rackert, der Monitor flimmert, strahlt mir in die Augen, viel tiefer hinein als das Licht der Schreibtischlampe, das durch die orangenen Tapeten rostrot herüberscheints.
So tief in den Kopf flackert es, schaltet nach und nach alles ab und lässt einen später aufschreien, wenn man sich leer fühlt, weil die Strhalen des Bildschirms die eigenen lichtschalter ausgeknipst haben. Und was ist dann schon zu verlieren, dann bleibt man sitzen, ohne Lust darauf zu haben. Ohne Lust auf irgendwas und ohne Ideen.
Und wo ist eigentlich die Sonne so lange schon hin? Im Fenster seh ich nur die Schreibtischlampe, die am anderen Ende des Tisches steht.
In meinem Kopf Musik, Bilderfetzen von Computerspielen und Gitarrensaiten, alles vor rostigen Tapeten. Ich mag diese Farben hier. Sie sind nicht daran Schuld, dass man sich nach einer Zeit so fühlt, als würde man verrosten.

Naja, was solls. Der Tag war ja so mies gar nicht und man kann ja immer noch ins Bett gehen, wenn es die Müdigkeit erlaubt. Und der Tag war lang und voller fiktiver Welten. Der PC hat viel rattern und rechnen müssen, um sie zu liefern und der Verstärker hat viel Kraft aus den Leitungen gezogen, damit Töne und Lärm von meinem Kopf über die Finger und die Tonabnehmer in meine Ohren gelangen konnten - welch Umweg!
3.10.06 22:50


Ein grauer Spiegel liegt reglos, kalt
Zwischen Feldern, Straßen, Häusern.
Inmitten von Bildern die er malt,
Zerbrechlich wässrig reflektiert,
Leuchtet er erstaunt zurück
Das Licht, das ihn erreicht.

Milchig glänzt das Wasser, kalt,
Zwischen Gedanken, Lichtern, Leben.
Inmitten der Nacht, die uns umhüllt,
Scheint der Tag wiedergeboren,
Wabert wie ein zu spätes Echo
Altes Licht über das Land.

Schwarz sind die Gesichter, kalt,
Auf dem matten, gewellten Grau.
Inmitten der hastig dreh’nden Welt
Schaun die Kronen ernst und starr
Und eins mit ihrem Spiegelbild
Und traurig übers Land.

Folgen wir doch dem Licht, das nicht der Nacht entsprungen,
Durch just diese Welt, deren Lied wir nicht gesungen,
Tauchen wir doch vor Eichen in das Glas
Und ziehen Kreise, bis wir verschwinden...
8.10.06 22:33


Kindertraum

Grausig ist das,was du da geschrieben hast...Gut zwar,es gefällt mir,aber es erzeugt eine grausige Stimmung...



Fein wie Staub zerrieseln Worte
unverhört in heiße Luft.
Verschmelzen samtig,gar verkühlt
zu einem Pfützchen Elend.

Kleine Tröpfchen ziehen Kreise
sanft und sacht an Kindes Ohr.
Die Augen groß,gedenkt es fein
immer der Vergangenheit.

So harsch die Blicke voller Zorn,
das Kind ganz still,schon worttot.
Niemand wollte nichts zerstören,
nur Schweigen,ja,immerfort.
10.10.06 16:44


DIE UHR

Ihr Ticken war aufdringlich,es fraß sich bissenweise,Stück für Stück éinen Bau in die Gelassenheit,höhlte sie aus,machte sie brüchig.
Sie Beide liebten diese Uhr,hatten es getan,früher.Ihre Zeiger hatten Vieles gesehen,geordnet,kategorisiert.Unerreichbar,wie ein Symbol der Zeit ansich hing sie seit Jahren über der nussbraunen Arbeitplatte,vielleicht einen Meter von der Spüle auf der einen Seite und der Zimmerecke auf der anderen entfernt.In der Mitte,sozusagen.Zeit als Mittelpunkt.
Orangerotes Licht fiel durch das Fenster hinein und erhellte ein Viereck auf der grünen Linoltischdecke.Seine Hände lagen bis zum Ansatz der Finger in dem Licht,es sah fast aus,als er würde er den Rand fassen,sich daran festhalten.Das Licht festhalten.
"Wann gibt es Essen?", fragte er,ganz kurz traten die Knöchel an seinen Händen weiß hervor - aber nur einen Moment lang.Er atmete aus.
Sie warf einen Blick auf den Weidengeflechtkorb,der neben ihr stand.
"In einer halben Stunde", antwortete sie mit einem flüchtigen Lächeln,und nahm das Bündel Lauch aus dem Korb.
Sie drehte sich zur Uhr,zu dem Ticken,dem bohrenden,höhnischen Ticken.Es war schon 6 Uhr,bald,wusste sie,würde es dunkel sein.
"Vielleicht schaffe ich es auch ein wenig schneller.", setzte sie hinzu und lächelte wieder.
"Ich habe Hunger...", sagte er leise und verließ das Zimmer.
Die Luft bewegte sich,als hätte er sie aufgewühlt,sein Körper,der durch sie schnitt.
Sie legte die Tomaten und das Hackfleisch neben den Lauch.
Jede Sekunde ein Schlag,nur ein kleiner,leiser,unüberhörbarer.Ein beständiger.
"Tick,Tack", murmelte sie,während sie das Messer durch das Gemüse gleiten ließ,als sie Öl in der Pfanne erhitzte und das Fleisch mit dem Holzspatel wendete.
"Tick,Tack..."
Um 20 nach 6 verbrannte sie sich den Unterarm.An der Stelle,an die das heiße Fett gespritzt war,warf die Haut sofort eine Blase.Nur ein paar Schläge Unachtsamkeit.Und sie stand da,das Gesicht verzogen,die Zeit stand einen Moment still.Nicht das Ticken,das monotone,penetrante,im Hintergrund.
Um halb 7 bewegte sich die Luft abermals,er schob sie vor sich her als er das Zimmer betrat,so viel,dass es sie gegen die Arbeitsplatte prallen ließ.
"Ist es fertig?", fragte er.Ruhig,gelassen. "Ich bin hungrig."
"Nein,noch nicht.", antwortete sie und lächelte flüchtig,bevor sie alles in eine Auflaufform schüttete.
Er schlich wieder aus dem Zimmer,der Luftzug zog sie mit und ihre Hand landete auf der Herdplatte.
Sie drehte sich um und starrte fassungslos auf die Uhr.Aber sie hatte sich gettäuscht,das Ticken,es war noch da,natürlich.
Um 7 hatte sie den Tisch gedeckt.Bevor sie ihn rief,stieg sie auf einen Stuhl und nahm die Uhr von der Wand.Das Ticken war jetzt sehr nah,näher als je zuvor,vor ihr,in ihr.Sie suchte nicht lange nach dem kleinen Rädchen an der Seite,drehte daran.So lange,bis es wieder halb 7 war.
Dann hängte sie sie wieder an ihren Platz.Und hört das selbe Ticken wie die halbe Stunde davor.
Als er kam,drückte es sie auf den Stuhl,sie setzte genau zwischen zwei leisen,aufdringlichen Sekundenschlägen auf.
Er setzte sie und blickte geradeaus,über sie weg,auf die uhr direkt hinter ihrem Kopf.
"Schön,dass du es so schnell geschafft hast.", sagte er.
"Ja", antwortete sie und warf ihm ein flüchtiges Lächeln zu.
Sie aßen,und redeten nicht.Aber es war nicht still,das Klappern des Geschirrs,das Klicken der Gläser auf der Linoltischdecke,der grünen.Das Ticken der Uhr.
Er aß einen Teller voll,dann lächelte er flüchtig in ihre Richtung,die Ihre und die des Tickens.Er schob den Stuhl zurück.
"Danke", sagte er. "Stellst du nachher die Uhr noch zurück,ja?"
Er ging,doch diesmal blieb die Luft still.Regungslos.
Endlich.
11.10.06 19:25


Neon

Ich bin leicht und kalt,
Schwarz schwebe ich.
Der Nebel vor mir weicht zur Seite,
Ich bin leichter als Nebel.

Im Dunst sammelt sich das Licht,
Unten.

Nichts hält noch, wer greift Nichts?
Was haben wir zu verlieren?
Die Menschen werden immer kleiner, Häuser
Verschwimmen heimlich,
Alles taucht ins Meer.

Ich bin kälter als der Himmel,
Ohne aus der Hölle zu kommen.
Die Luft über mir weicht zur Seite,
Ich bin leichter als Luft.

Die Ziegel sind hell, wie früher,
Die Erde ist immer noch schwer.
Ich bin leicht und kalt,
Träge trotte ich
Davon.
14.10.06 11:13


to bid you farewell...again.

Heute hatte ich ein déja vu.
Er saß auf dem gleichen,nein,dem allerselben Platz wie damals der Michi,ich saß auf dem gleichen Stuhl.
Er sagte genau das Gleiche,nein,das Selbe wie damals der Michi,wörtlich sogar.
"Wir müssen reden.Ich kann so nicht mehr weitermachen."
Da schon hätte ich ihn rausschicken können,weil ich wusste,was er sagt.Wie er es sagt.
Eigentlich hätte ich ihn nichtmal reinlassen sollen.Es war schon so klar als ich ihm die Tür gemacht habe,es war sogar schon klar,als ich gemerkt habe,dass er nicht pünktlich ist.Und spätestens,als ich sein Gesicht gesehen habe und er den Kopf weggedreht und sich an mir vorbeigeschoben hat,als ich ihn küssen wollte,da war es mir klar.
"Ich hatte gedacht es geht,aber...Ich bin so ein Arsch."
Und dann habe ich gelacht,bis ich hysterisch geworden bin,weil ich nicht mehr aufhören konnte."Ja,Michi" hab ich nur gedacht,und dann habe ich gesagt "Aber du bist ja garnicht er" und habe noch schriller gelacht.
Und da hat er dann angefangen sich die Tränen aus den Augen zu wischen.
"Ich wollte dich nicht benutzen."
Wie nennt man das dann?

Heute hatte ich ein déja vu.Bis ins kleinste Detail.Bis hin zu der Hose,die ich anhatte,es war die selbe wie damals.Es war die Wiederholung von damals.
Nur dass der Mensch ein anderer war.
15.10.06 19:33


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