Klagelied der kalten Sonne

Trügerisch scheint goldnes Licht
Auf ängstlich- schwache, grüne Blätter,
Ruft sie, lockt sie hoch hinauf
In ein Meer aus blauer Leere,
Und weiß doch, wie ein jedes Kind,
Dass sie nichts für den Himmel sind.

Und kahle Wände glänzen freundlich,
Als schützten sie ein Heiligtum,
Und gleißend Weiß formt Lachgesichter,
So unwirklich, nicht mal sarkastisch.
Dabei weiß doch eigentlich jedes Kind,
Dass Häuser nicht der Himmel sind.

Und flüssiges Feuer strömt herab,
Durchfährt meine ausgestreckte Hand,
Erhoben, nach weit weit weg von hier
Zu schönem, glattem, totem Trug,
Und brennt bunte Lügen in den Tag,
Den als farblos ich beschreiben mag.

Und Reflektionen reisen heimwärts,
Genug ist nun mit Erden- wandeln!
Ich blick gen ihrer flammend Quelle,
Und frag mich ob sie manchmal friert,
Weiß doch schließlich, wer so was sieht,
Dass es für niemanden einen Himmel gibt.
5.9.06 17:56


Wirrniss

Schönes Gedicht,Moritz.Gefällt mir gut,ich würde sagen,eines deiner Besten.

Alles ist grad irgendwie komplett wirr...Meine Schwester ist weg,der Max auch,ich bin allein hier und heut abend geh ich irgendwohin wo ich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht erwünscht bin,nur damit ich mal rauskomm.
Nunja.
Alles so belanglos,aber diesmal nicht unangenehm.
6.9.06 14:04


Totes Paradies, wo bist du hin?

Was ist das nur,was in mir sitzt und nach unten drückt und zieht und die Gedanken schwärzt und einfriert?
Wieder einmal geht die Sonne trügerisch auf und strahlt durch die Leere in mir, und sie scheint am Ende nirgendwo hin und ich hab keine Ahnung warum es mir so alles düster vorkommt, warum ich nicht die angenehme Wärme genießen kann, die Freiheit dieser großen Ferien, die Unbeschwertheit meines simplen Lebens...mein Charakter passt einfach nicht in mein Leben hinein. Er hat Ecken, Kanten, Splitter, er passt nicht in die Runde, gemütliche Form, die um mich herum vorgegeben ist.

Ach ich hasse dieses Tümpeln und Versumpfen. Ich sitze mit müden Knochen stundenlang hier, bis ich merke, wie alleine ich bin, und wenn ich es mal gemerkt habe, dann fühl ich mich noch eine Weile so, egal ob in Gesellschaft oder nicht.
Dann mache ich die üblichen Späße, schalte die gute Laune an, bis die Melancholie mich wieder lockt...Wieso ist es manchmal so schwer, zu widerstehen?
Es tut mir leid.
Ich will nicht aus unnötigem Selbsthass düster, trocken und wortkarg den Leuten gegenüber werden, so wie das zur Zeit ab und zu vorkommt.
Vor allem dir gegenüber nicht, auch wenn ich heute natürlich sagen muss, dass Artur schon Recht hat, irgendwie. Manche Dinge müssen irgendwie nicht sein, in gewissen Situationen. Taten haben normalerweise Konsequenzen, auch auf andere Menschen, auf ihre Reaktion und ihr Denken, ob nun gerechtfertigt oder nicht.
Mir ist es egal, aber das ist kein Maßstab, mir ist in letzter Zeit viel zu viel egal. So wenig, was mich am Boden hält, mich mit Faden und brüchigen, morschen Holzpfeilern in der Wirklichkeit verankert.

"Weltfremd" - Das habe ich schon oft gehört, mit schneidender Kritik gegen mich gerichtet. Die Zukunft macht mich nervös...
Ich kenne es zu gut, das alles. Mal wieder dreht sich die Welt ohne mich. Ich lese alte Texte und Gedichte von mir und sehe, wie ähnlich es schon so oft war.

Oh full moon, bleach the weary night,
Paint our reddened faces white
And teach us faithful loneliness,
Your solitude be now our only solace.

Ich muss diesen seltsamen Tag verdauen.
Ich will nur niemals wirklich alleine durch das tote Paradies unter unseren Füßen gehen, und will dabei mich selbst nicht aufgeben müssen...
7.9.06 11:56


Dead Paradise

Golden light’s descending
Through the fading summer air,
Through the evening’s soft despair,
Into a pool of grey asphalt.

Weak reflections are ascending
Through the waiting call of dusk,
Through the weeping beauty’s mask
Into the infernal furnace.

God, the artist, painter, nothing,
Drawing shades of ancient splendour,
Blazing all mourning in the streets,
Claiming his deceitful existence.

Mind, the inventor, master, all,
Soaking in the milky blue-sky -
Greedily assimilating illusion,
Coughing out the vacant words.

Crimson light’s ascending
Through the surreal summer silence,
Through the non- existent guidance
Into the realm of heaven.

Into the realm of god we stride,
Golden substance lights the path
Still craving for the other side,
Fear of death nourishes our wrath.
To Eden we faithfully direct our pace,
Traversing the enlightened moors,
Till crumbling cities hide their face
Beneath pilgrim’s march, our final cure.

Uncertain thoughts are descending
Through the sun’s weakening glance,
Through the feverish melting trance
Into the ruins of our paradise.

Lie, the artist, divinity, all,
Showing horrid scenes of light,
Leaving grotesque two- faced smiles
Hollowing out the vacant words.

And as the sun is freezing high above,
We’re screaming for our promised love,
While we do spot our last demise,
We that killed our only paradise.

Thy truth doth hurt, oh frozen sun,
Heaven is, was, will be, for none…
7.9.06 11:56


Rechtfertigung eines Unzurechnungsfähigen

"And as the sun is freezing high above,
We’re screaming for our promised love,
While we do spot our last demise,
We that killed our only paradise."

Wie schön das ist,Moritz...Manchmal vergesse ich beinahe was für ein unglaubliches Gespür du für Worte,vor allem im Englischen hast.


Ich kann dir nicht sagen warum ich das gestern,besser gesagt heute nacht,gemacht habe.Vielleicht weil ich es so satt habe allein zu sein.Weil ich es hasse,allein einzuschlafen und allein aufzuwachen,aus Träumen,die halb Wirklichkeit sind.
Vielleicht auch,weil ich mir etwas beweisen wollte.Ich traue mir zu,dass ich mir beweisen wollte,dass ich unabhängig bin vom Michi - vielleicht sogar ein Stück weit vom Max.
Und vielleicht,ja,mit ziemlicher Sicherheit sogar war es auch ein Stück Gedankenlosigkeit.Weil für mich rein garnichts dagegen gesprochen hat,und ich nicht weiter als bis zu mir gedacht habe.
Das passiert mir manchmal,weißt du...Und ich bin nicht stolz drauf.
Auf der anderen Seite muss ich aber auch sagen,dass dieses Mal meiner Meinung nach keiner ein Recht hat,sauer,enttäuscht oder beleidigt zu sein.Immerhin geht es doch eigentlich niemanden etwas an.
Ich weiß,ich hätte mir das mit Artur vorher überlegen sollen,wissen müssen,wie weit der Spaß geht,aber ich habe es nicht mehr erkannt.Das ist das Einzige,das mir Leid tut.
Ich hätte genauso gut zu ihm gehen können,aber das wollte ich nicht.Warum?Nicht,weil ich ich ihn weniger mag oder was weiß ich,sondern weil ich ihm eigentlich genau nicht weh tun wollte.Weil ich nur von mir selbst ausgehen kann,und mir persönlich fällt die Unterscheidung zwischen "einfach nur so" und "bedeutet etwas" manchmal recht schwer.Ausserdem ist es ein Unterschied,ob man mit jemandem schläft oder jemanden entjungfert,verstehst du?

Und ja,vielleicht war es auch einfach die Person,die mich so angezogen hat.Das tut er nämlich,weißt du...Er ist seit langem wieder ein Mann der mich interessiert.

Und du?
Du brauchst keine Angst zu haben,nicht jetzt.Ich weiß,dass der Stillstand manchmal unerträglich wird und dass man in diesen Momenten Angst hat,allein zurück zu bleiben weil man das Gefühl,um einen herum dreht sich die Welt weiter.
Aber du weißt,dass du nicht allein bist,genau wie du auch weißt,dass deine und meine Welt inzwischen so sehr eins sind,dass sie entweder beide still stehen oder sich beide drehen.
Ich würde dir gern eine Hand reichen und dich herausholen aus deiner Melancholie,deinen Sorgen und deinen Ängsten,aber du weißt,dass ich das nicht kann.Ich kann nur hier stehen und versuchen dir ein Leitlicht zu sein in deinem Sturm,etwas,von dem du weißt,dass du dich daran orientieren kannst,weil du weißt,dass es dich nicht in die Irre führt.
Und dieses Licht werde ich immer versuchen für dich zu sein.
Versprochen.
7.9.06 14:23


Ich zieh mein Resumée und beginne mit...

...dem Ende dieser langen Ferien, die alles in allem trotz unglaublich großen, mit Zeitsverschwendung gefüllten Lücken ziemlich ereignisreich und mit Reisen verbunden waren.
Der letzte Sommer hatte was für sich und wird unvergesslich bleiben, dieser war etwas ruhiger, etwas anders, aber auch und teilweise gerade deswegen schön.
Und gestern Abend noch mal die gemütliche Runde, die diese Ferien irgendwie bestimmt hat, die 4er- Gruppe, die aus der alten Konstellation übrig geblieben ist, bei dir zum stilvollen dinieren...oder so ähnlich.
War auf jeden Fall schön, mein Schatz, eine gute Idee und sehr nahrhaft dazu!

Wenn ich, in typisch dramatischer Manier, meine immer zum Ferienende, Jahresende, Geburtstag und zu tausend anderen Gelegenheiten mehr oder weniger grundlos aufkommende Nostalgie dann ein wenig nach hinten lenke, dann kommen noch einige nette Erinnerungen - das Canyoning, die neuen, coolen Leute da, das Erlebnis an diesem Berg zu hängen,
Wacken, noch mal die alten Leute, viel Musik und viel Freiheit und schon das Gefühl, etwas zu erleben,
Gründungen neuer Bands, weiterkommen, auf der Bühne stehen,
und so weiter und so fort...

Irgendwie muss so etwas immer mal sein. Dann weiß man, dass man gelebt hat, auch wenn man die meiste Zeit nur herum gesessen hat. Aber das wird ja in all den großen Geschichten von großen Menschen nie erwähnt, und große Taten und große Tage sind selten...

Und morgen wieder Schule, und es ist mir egal.
Auf ein neues Jahr.
Auf ein letztes...
Auf ein gutes!
12.9.06 18:11


I'm loving angels instead

Alles dreht sich um mich,und ich fühle mich seit so langer Zeit wieder,als würde alles stillstehen und doch niemals wirklich.
Als könnte ich den Moment greifen,fassen,festhalten.Ihn verschließen.

Jede Minute mit ihm
ist ein Segen,der über alles geht,
und ein Fluch,von dem ich weiß dass er mich trotzdem niederreißen wird.

Doch was soll ich sagen?
Es verändert sich wieder so viel im Moment,für mich zumindest,in meinem Herz und in meinem Kopf.

Seit langer Zeit lebe ich wieder fürs Jetzt.
16.9.06 23:41


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