Sweet Rock n Roll

Wunderbar klar und nüchtern geht es in diesen Tag, mit sehr viel Vorfreude und ein paar zerstreuten Gedanken an gestern.

Sie tun mir leid. Wenn ich an Madden und Marius denke, wie sie da sitzen und in ihre Maßkrüge starren und sich über ihren vermurksten Auftritt ärgern und bezweifeln, ob sie die Chance haben werden, es noch einmal besser zu machen.

Ich hab mich ja in der Vergangenheit schon viel über Running Blind lustig gemacht, aber es sind ja fast alles nette Kerle und ein so jähes und sangloses Ende kann man ihnen nicht gönnen, ist ja letztlich Geschmackssache, wenn die Musik generell nicht so meins ist. Auch wenn es vielleicht einfach so ist, dass sie musikalisch nicht so gut zusammen passen, wer weiß?

Ich hoffe bei Arturs Projekt wird das ganze besser laufen, ich bin mal schwer gespannt auf die Probe heute.
Und im August ein Auftritt. Ich hoffe du drückst uns die Daumen, dass wir das besser hinkriegen als die Jungs gestern...wird schon schief gehen.
Grade eben die Lieder für heute gelernt...Lieder aus alten In Vain Zeiten, so kommt es mir vor, und ich werde wieder mit dem Artur im Porberaum stehen und zusammenspielen.
Nur diesmal mit anderem Drummer, wesentlich besserem Sänger und erst mal ohne Bassisten....
1.7.06 12:10


Wochenendverschnitt

Warum sollte ein schlechter Auftritt wie gestern allein dazu ausreichend,eine doch relativ renoumierte Band wie Running Blind zum Einsturz zu bringen?So furchtbar war es gestern auch nicht,nur eben nicht so gut wie sonst.

Ich stand heute den ganzen Vormittag in der Küche,hab gebacken,geschnitten,gekocht,3 Stunden lang.Nur für meine Schwester,aber was tut man nicht alles.
Jetzt muss ich noch die völlig verdreckte Küche putzen und spülen,dann bin ich auch fertig für heute.

Und natürlich wünsche ich dir alles Glück der Welt für die neue Band.Die Voraussetzungen klingen wirklich nicht schlecht.Und einen Bassisten werdet ihr schon finden,irgendwann.

An diesem Wochenende,auch wenn es purer Stress ist,liegt in der Luft sogar wieder der leichte Geruch nach Leben.
1.7.06 13:32


Leben, Leben, Leben...

Das mit der Band hab ich dir ja schon gesagt, es geht nicht nur um den Auftritt, es geht darum, dass nichts stimmt zur Zeit in diesem Haufen. Soll irgendwie nicht sein in der Kombination, zum Glück hab ich dafür ein gutes Gefühl für Arturs geschickt zusammen gewürfelte Personenkonstellation.

Hat sich dieses Wochenende nach Leben angefühlt?
Ich denke, dass tut es für mich immer, auch wenn ich manchmal zu viel an allem zweifle. Aber ja, es war gut, es hatte für mich etwas von einem Fundament fest sehen und neue Brücken bauen, während hinter mir alles mögliche von den Fluten weggespült wird.
In manchen Momenten komm ich mir dann so vor, als hätte ich nur noch sehr wenige Leute hier, auch wenn ich mehr Leute kenne und mich mit mehr Leuten verstehe als je zuvor.
Aer vielleicht liegts ja auch daran, dass alles gedehnt und zerstreut wird?

Und, weißt du, manchmal bin ich mir nicht sicher, ob es mir nicht egal ist.
Ob ich nicht ohne mit der Wimper zu zucken mit nicht mehr als 2, 3 Leuten, die noch bleiben, davonziehen würde in ein neues Leben.
Es wird sowieso passieren, so oder so ähnlich.

Aber ich habe keine Angst.
Ich freue mich darauf, wie auch immer ich reagieren werde, wenn die Zeit gekommen ist...

Was meinst du, wie es wäre, wieder einmal an den Ufern eines neuen Morgens zu stranden und zu bemerken, dass der Tag neuer ist als man es sich jemals vorgestellt hätte?

Ich brenne darauf, und es ist mir so egal was die Leute denken.
2.7.06 22:29


Nur ein Tag...wie jeder?

Ich liege in meinem Zimmer und die Sonne scheint auf mich. Ich liege dort auf meinem Sofa und starre die Nilpferde an. Und ich weine, ich weine so sehr dass die vielen kleinen Nilpferde vor meinen Augen verschwimmen und ihr Weiß über die ganze braune Decke zerfließt, die meine Tante mir zum zweiten Geburtstag genäht hat. Ich weine so sehr dass es mich schüttelt, und mein ganzes Gesicht und das ganze Kissen unter meiner Wange nass werden. Ich hebe meinen Kopf und schaue auf das Kissen. Es hat lauter schwarze Streifen, meine verlaufene Schminke ist in schmalen Spuren auf dem weißen Bezug getrocknet. Teenie-Spuren an Kindheitserinnerungen.
Flüchtig denke ich daran, dass ich das Kissen wohl waschen muss. Und ich denke, dass ich mir endlich Wimperntusche kaufen muss, die wasserfest ist.
Weil ich so viel weine, in letzter Zeit.
Wieder blicke ich auf die Nilpferde. Sie sind sehr klein, vielleicht so groß wie der Nagel meines kleinen Fingers, und sie sind nur mit einem schmalen weißen Strich als Umrandung gezeichnet. Ich ziehe sie zu mir her und streiche mit den Fingerspitzen darüber. Auf ihr saßen schon so viele Leute, so viele hat sie kommen und gehen sehen.
Genau wie ich.
Aber hier, in dieser Ecke, da ist alles so wie früher. Da ist das Brandloch, an dem mein Bruder schuld ist, da ist mein Eisbär und da sind meine anderen Stofftiere, die mich an Tagen wie heute erstaunt durch ihre schwarzen Glasaugen anstarren. Was tust du denn da?, scheinen sie zu fragen, während mir die Tränen von der Lippe tropfen und meine Hände sich in den braunen, kratzigen Sofastoff krallen.
Nichts tue ich, nichts, nichts.
Und sie starren mich an, mit den gleichen ruhigen Knopfaugen, mit denen sie so viele schon gesehen haben. Ich schau meinen Eisbären an, und er fragt, warum ich weine.
Du kennst sie doch, sage ich, sie beide. Sie hatten dich beide schon im Arm.
Die Nilpferddecke. Der Eisbär. Das ewig gleiche, braune Sofa. Ein Denkmal der Unveränderlichkeit, und mitten drin bin ich.
Nichts verändert sich mehr um mich. Mein Leben wird nur leerer, weil ich mit der Zeit immer mehr Menschen gehen sehe, und neue nie kommen werden.
Ich greife nach meinem Eisbären und vergrabe mein Gesicht in seinem Fell.
Und wie zufällig, man glaubt es kaum, steigt mir eine Mischung aus Haargel und –Spray in die Nase.




...das habe ich heute nachmittag irgendwann geschrieben.

Und jetzt?Jetzt habe ich gelesen was du geschrieben hast.Und weißt du,ich...Ja,ich würde gerne wieder stranden.Irgendwo an neuen Ufern.Davonziehen,wie du es genannt hast.
Ich denke es wird Zeit,und es ist unabkömmlich.

Und solange wir es zusammen tun,wird es gehen.
3.7.06 22:40


Welcome

1.
Strange to see you
running blind again
Did I become deaf in fact,
or did you leave without a sound?
Glances full of bleakness
strike the suspicious eye
Weren't we both hypocrites,
with our fake smiles every day?

Ref:
Welcome silence,welcome autumn,
welcome loneliness
Welcome memory,welcome oblivion
...all we were and now nothing's left for me.

2.
This silence makes me kneel down
in humility
This may have been the last time
I saw your face while I'm awake.
We went down to this harsh end
turn away,finally
But I'll be waiting here for you
cause there's nothing else I can do.
3.7.06 22:49


Wohin?

Durch weiß getünchte Nebelwelt
wandelt ihr ergebner Geist
Der Nebel,schwer und gramgetränkt
hüllt sie ein in düstre Pracht.

Chöre längst vergessner Stimmen
dringen lieblich an ihr Ohr.
Die Melodie voll Wehmutssüß,
doch klingen sie fast schadenfroh.

Kein Windstoß der so gnädig wär
sie fortzutragen,fort von hier
aus der geliebten Geisterwelt,
deren Schein sie stets umsorgt.

Das Himmelszelt erdrückt sie fast,
so schwer lastet sein Glanz auf ihr.
Lässt sich nieder,tränenschwer
auf ihrer wankenden Gestalt.

Wenn alles schon vergangen ist,
und sie nicht anRückkehr glaubt,
so weilt sie trotzdem ewig hier.
Hier,wo alles endlos ist.
3.7.06 22:52


Der Kohlenschlepper

Die Haut gebräunt,
Das Herz geschwärzt
Die Hochöfen, sie brennen.

Es blitzt und funkelt
Die Kohleschaufel
Im gleißend Sonnenlicht.

Schwitzend stech ich in die Haufen,
Der Schweiß trieft meinen Arm herab,
Ich spür ihn immer weiter laufen,
Wandernd, mit den Hitzewelle,
So wandert auch die Zeit dahin.

Ich hiev herauf die nächste Ladung
Schon kalter, rissiger Vergangenheit,
Vertreibe jede schlimme Ahnung
Und schleuder alles, alles weg
Und huste in dem Rauch.

Die Zeit vergraut,
Die Seele geschwärzt,
Die Hochöfen, sie brennen.
3.7.06 23:22


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