Feeling eternal...

Jah, ich weiß doch genau wie Recht du hast. Und natürlich hatte ich am Freitag meinen Spaß, ich war ausgelassen wie lang nicht mehr. Gestern hatte ich nur plötzlich Angst vor irgennd etwas und wusste nicht vor was und warum. Es ist lachhaft, das hab ich ja gesagt. Ab und zu muss ich feststellen, wie unnötig mein ganzes Handeln und Denken ist. Aber erkennen ist nichts. Lernen, sich an diesen Tagen aufzuraffen ist etwas. Naja, man lernt das ganze Leben und am Ende stirbt man, ohne etwas zu wissen...

Ich denke mir grade irgendwie, dass das der Reiz sein könnte. Wieso nicht einfach eintauchen in irgendetwas sinnfreies, mit dem sich die Zeit totschlagen lässt, wieso will ich immer irgendwie weiterkommen mit mir selbst?
Am Ende, im Nichts, sind wir doch alle gleich. Der Gedanke hat etwas befreiendes. Man braucht sich nicht immer von der Passivität befreien, man muss bloß lernen, etwas in ihr zu finden - schließlich besteht das Leben fast nur aus Warten. Die Momente, die wir behalten und verinnerlichen sind selten.

Ich kann warten.
Mir ist heut alles egal.
Ich habe genug Dinge, auf die ich mich freuen kann und einige Geschichten um die ich mich sorgen kann und Zeit, die einfach dahinrennt und die sich sicher auch irgendwie nutzen lässt.

Feeling eternal, all this pain is an illusion...


Nehms mir bitte nicht krumm, wenn ich ab und zu so bin.
Ich hab nicht gern das Gefühl, anmaßend zu sein oder die Leute zu langweilen...Aber manchmal sprudeln mir die Gedanken nur so aus dem Kopf und irgendwo müssen sie dann hin. Vielleicht sollte ich mich mal zwingen, jedes mal, wenn ich in so einer Sitation bin, an etwas kreativem, an Roman, Drama, was weiß ich, zu schreiben...könnte was dabei rauskommen.

Man muss nur auf die richtigen Ideen kommen.
Ich werd nie begreifen, wo Ideen eigentlich herkommen...

Aber ich schweife ja schon wieder völlig ab.

Zeit, schlafen zu gehen.
Moritz am 11.2.07 22:41


Lieblos

Ach Moritz,ich weiß auch nicht,was du machen kannst.
Ich fand die Party gestern verdammt cool,ich hatte so viel Spaß wie seit Langem nicht mehr,ich hatte eigentlich auch den EIndruck,dass du Spaß hattest.
Ich will nicht gemein sein,du weißt dass ich es so auch nicht meine,aber du hast keinen Grund,so in Selbstmitleid zu versinken,wirklich nicht.DIr geht es gut - rein objektiv betrachtet,und dieses ewige ach-mir-gehts-so-schlecht macht es verdammt nochmal nicht besser.
Ich hab dir schon so oft gesagt,dass du einfach mal deinen Arsch hochkriegen musst,dass du nicht so vor dich hindümpeln darfst.Das ist so anstrengend,für dich und für alle anderen.
Du musst lernen,dich zu zwingen,das ist immer der Anfang,und das musst DU lernen,du selbst,nicht ich und nicht die Welt.
Sondern du.
Janna am 10.2.07 17:39


Fehlstart

Ok ich denke wir sind uns einige, dass diese Feier tatsächlich richtig behindert war. Naja mit genug Alkohol und ein wenig Ausgelassenheit lässt wars dann doch ziemlich lustig, kann man nix sagen.

Aber heute liegt etwas Bedrückendes in der Luft, dass über den üblichen, trüben, aber oft recht gemütlichen Katerfilm hinausgeht. Es schnürt mir ganz leicht und sanft die Kehle zu.

Ich glaub ich muss hier raus.

Ich fühl mich unnötig einsam, lächerlich düster und übertrieben zerrüttelt. Die Farben spielen völlig unglaubwürdig Grau. Miese Schauspieler. Unnötig misstrauisch sind sie, genau wie ich und trauen mir nichts buntes zu. Lächerlich überflüssig. Lachhaft schwarz.

Desperate and ravenous
so weak and powerless


Janna, was soll ich nur tun dagegen, zynisch und selbstmitleidig zu sein und das alles, was ich grade war? Nein, dieser Tag läuft falsch.
Moritz am 10.2.07 12:58


Wodka Olé

Ich glaube,dass heute Abend richtig kuhl wird.So behindert diese K13-Feiern auch immer sind,sie haben wirklich den Vorteil,dass man sich völlig sorglos herlassen kann,weil bestimmt Leute da sind,die es noch mehr übertreiben als du.
Ich hoffe,dass ich meine momentane Laune so gut halten kann wie sie jetzt ist,denn dann wird es mir völlig schnuppe sein,ob gewisse Menschen,Götter oder Tanzbären da sind,wer wen anbaggert,wer wen abschnullt,wer wen abschleppt und wer komisch guckt.Dann wird mir - eindlich wieder,wenn vielleicht auch nur kurz - alles egal sein,so wie das mal eine wunderschöne Zeit lang war.Dann kann ich lachen und feiern und tanzen und Spaß haben,wenn nötig auch allein,dann kann ich über alles hinwegsehen und mir denken,dass die Welt auch mit grünem Himmel eigentlich mal ganz ntt aussehen würde.

Es geht jetzt schon wieder zu lange,dieses Vormichhingesieche,diese Tristheit,das Grau,das Aufgesetzte und schwache.Auch wenn ich denke,dass es wirklich nur für heute ist,ist es Zeit,mal wieder zu leben.

Und wenn er heut ne Andre hat,dann lach ich ihm ins Gesicht und wünsche beiden viel Spaß.
Nur heute,aber immerhin.
Janna am 9.2.07 11:53


Of Nameless Moons

What about the man on the moon?
He has no name.
Think about it.

He’ll never be more, yet never less
Than an allegory
Without a name.

We walk with him, drinking light for days,
Stumbling blindly over earth’s bleak crates
Straight into the ashes,
Seeing light in ashes.

Now nothing will ever be the same
We are the ones that have no name,
Damned, frowning, always the same
Shake the hand that has no name.

Throw your safety down the well
That has no name,
You won’t need it.

Walk with us in moonlit streets,
Deserted, empty,
Go lose it all.

Lose your track of time, waste your memory,
Concentrate and think of where you’d rather be,
A place without a name.
A world without a name.

Now nothing will ever be the same
We are the ones that have no name,
Damned, bleeding, always the same
Shake the hand that has no name.


The sun is writing poems into the ashes,
Using the moon for a pen this time,
He whining ‘bout his lost identity,
I never saw her writing down a name.

The moon is choking so hard on his own fate,
Using his silver hand this time,
You staring at your long lost name,
He just took it out of your mouth.
Moritz am 5.2.07 22:47


Rückfahrt

Du musst wissen, dass ich immer alles zuvor plane. Es ist sehr wichtig für mich, dass alles in geordneten Bahnen verläuft und seine Richtigkeit hat. Ich bin ein Gewohnheitsmensch, ich esse immer zur selben Zeit und putze mir danach die Zähne, ich gehe jeden Abend um die selbe Zeit schlafen, auch am Wochenende. Sonst komme ich durcheinander.
Für meine Zukunft hatte ich schon immer feste Pläne, ich wollte Medizin studieren, nach genau 12 Semestern fertig sein und dann bei meinem Vater in der Praxis arbeiten, das hatte er mir schon versprochen. Eigentlich war alles perfekt – und dann kam sie.

Ich habe den Demian gelesen auf der Heimfahrt von München, ich hatte dort im Süden meine Tante besucht. Es war später Nachmittag, und im vergehenden Abendrot glühte der Schnee so penetrant schön, dass es sogar mir auffiel. Auf einmal quietschten die Bremsen der Zuges so sehr, dass mir die Ohren weh taten, ich weiß noch, dass ich mich darüber ärgerte, denn es hatte meine Konzentration gestört.
Und dann sah ich sie, ein Mädchen von vielleicht sechzehn Jahren, ein Unscheinbares, auch wenn das meiner Meinung nach für die Meisten gilt. Sie muss wohl hinter mir gesessen haben, denn dort stand sie dann auch, auf dem Gang, und nie werde ich ihre weit aufgerissenen Augen vergessen, diese riesigen, schwarzen Augen. Sie stand da und kreischte und schrie, so laut, dass sogar der alte Mann in der Ecke aufwachte.
Ich stand auf und legte ihr den Finger über die Lippen. Warum, weiß ich nicht, ich tue so etwas eigentlich nicht. Und dann hörte sie wieder auf zu brüllen und starrte mich nur mit diesen riesigen Augen an, bis ich sie an der Hand fasste und auf den Sitz neben mich zog.
Sie sagte: „Hallo, ich heiße Mia. Meinst du da ist jemand gestorben?“
Und ich antwortete ihr: „Ich heiße Peter, und du musst keine Angst haben.“
Ich wunderte mich über mich selbst, doch das verflog, als sie scheu lächelte und dann anfing zu reden. Sie redete und redete, und ich hörte zu und vergaß die Zeit.
In Nürnberg stiegen wir aus, ich hatte nicht bemerkt, dass ich einige Stationen zu weit gefahren war. Sie gab mir ihre Telefonnummer und ging nach Hause, ich sah ihr nach bis sie verschwand und verpasste den nächsten Zug.
Natürlich rief ich sie an. Natürlich kamen wir zusammen. Ich kam mir vor wie ein Alien in meinem Körper, wenn wir zusammen Eis laufen gingen und ich ihre Hand hielt, ich war glücklich, wenn sie bei mir war und auch, wenn nicht, weil mir der Schmerz noch nie so süß vorgekommen war.
Und dann, irgendwann, es muss bestimmt ein Jahr später gewesen sein, fiel mir auf, dass sie nicht passte. Dass ihr unbeschwertes Lachen mich immer mehr an meine Fesseln erinnerte, dass ihre warme Hand zu schwach war, um mich von meinem Weg abzubringen.
Das ein unscheinbares Mädchen, das auf einer Zugfahrt zu schreien begonnen hatte, nicht das Recht besitzen könnte, meine Pläne zu ändern. Mia war niemals geplant gewesen.
Ich sagte: „Mia, es tut mir Leid, aber wir können nicht zusammen sein.“
Und sie antwortete: „Ich weiß, Peter. Ich habe auch keine Angst mehr.“
Und dann, dann ging sie. Einfach so, ohne die Szene, die ich mir ausgemalt hatte. Es störte mich, dass sie nicht geweint hat, dass sie mich nicht anflehte, bei ihr zu bleiben. Das passte nicht in meinen Plan.

Jetzt bin ich Arzt und mein Vater ist tot, ich habe seine Praxis übernommen, so, wie es geplant war. Mia habe ich niemals wieder gesehen.
Nur fehlt sie mir.
Janna am 4.2.07 19:23


Knochenspiel

Knochendünne Splitterarme
Nehmen die schwach zitternd Hand,
Ziehen los in schwarze Himmel
Mit spitzen Fingern, Haut verbrannt.

Da werden alle Muskeln weich
Und Arme schlackern hilflos schlaff
Durch kalte, bleiern flüssig Luft
Schwimmt davon die ganze Kraft.

Nie darf dennoch Knochen brechen,
Denn beugt er sich der dumpfen Last
Verblasst sein bleiches Mark ins Nichts
Und lässt mich tiefer fallen fast
Als ich die Knochenleitern warf
Brach mir beinahe von der Last
Das Rückgrat.
Moritz am 29.1.07 23:18


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